Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

14/15 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Wien ist eine tolle Grossstadt, ist vielfältig und hat historisch sowie kulturell enorm viel zu bieten. Das Leben hier empfand ich als sehr angenehm, ich könnte mir durchaus vorstellen, hier für längere Zeit sesshaft zu bleiben. Die vier Monate waren wunderbar, kurz aber intensiv und mit all den Erlebnissen und Begegnungen ganz einfach ur-leiwand, wie die Wiener_innen so schön zu sagen pflegen. 

Vorbereitung

Die Auswahl der äquivalenten Kurse fürs learning agreement gestaltete sich etwas schwierig, da die Uni Wien ihr detailliertes Kursangebot sehr spät aufschaltet. Die Korrespondenz mit dem institutional coordinator in Zürich musste deshalb per Mail bzw. Scans geführt werden, weshalb sich die Sache ein wenig verkompliziert hat. Ansonsten gabs nicht viel zu regeln ausser die aufwändige Suche nach einem WG-Zimmer. 

Ankunft

Nach einer 8-stündigen Zugreise quer durch Österreich (Voralberg - Tirol -Innsbruck - Salzburg - Linz) hat man zumindest landschaftlich mal einen ersten Eindruck des Landes. Der herzliche Empfang und die soziale Einstiegshilfe meines neuen Mitbewohners haben mir das Einleben sehr leicht gemacht. Ausserdem veranstaltet die Uni (sowohl das international office als zentrale Anlaufstelle als auch die Psychologischen Fakultät) umfassende Info- und Willkommensveranstaltungen, an welchen alles Wissenswerte vermittelt wird. 

Zimmersuche
Wohnen

Nach einer etwas ermüdenden WG-Zimmersuche aus der Ferne habe ich glücklicherweise kurz vor Abreise im September doch noch ein möbliertes Zimmer gefunden – und was für eines; in einer wunderbaren Altbauwohnung an bester Lage, in einem spannenden Bezirk knapp ausserhalb des Gürtels. In Wien kann man mit etwas Glück - für Zürcher Verhältnisse – für wenig Geld eine ausgesprochen schöne Bleibe finden (mit ca. 230€-500€ pro Monat sind zu rechnen). Zumindest zu Beginn des Wintersemesters empfiehlt es sich dringend, die Wohnungssuche frühzeitig in Angriff zu nehmen, sei dies durch Anmeldung in einem Studentenheim oder durch die Suche eines WG-Zimmers auf Plattformen wie jobwohnen.at, wg-gesucht.de, eigens dafür gegründete Facebookgruppen etc. Gespräche über Skype sind meist möglich, jedoch aufgrund von verbindungstechnischen Mängel z.T. mühsam und dann wenig hilfreich. Persönliches Erscheinen vor Ort, verbunden mit einem Kurztrip vorab, kann deshalb vielleicht von Vorteil sein. 

Universität

Anders als an der Uni Zürich erfolgt die Modulwahl an der Uni Wien an der Psychologischen Fakultät nicht nach dem first-come-first-serve-Prinzip, sondern nach einem Punktevergabesystem, welches den fortgeschrittenen Studierenden, welche die meisten Punkte aufweisen, den Vortritt in das Modul gewährt. Somit kann man sich als Erasmus-Student eigentlich nicht einschreiben, sofern alle Plätze ausgebucht sind (bei mir hats komischerweise trotzdem überall geklappt). Jeder Kurs hält allerdings spezifische Restplätze für Erasmus-Studierende frei, sodass man im Normalfall nach Absprache jeden gewünschten Kurs besuchen kann. Persönlich empfehle ich, Kurse bzw. Seminare zu wählen, in denen Gruppenarbeiten absehbar sind, da sich so leicht Kontakte zu anderen Studierenden knüpfen lassen.
Die von mir besuchten Master-Kurse waren allesamt sehr spannend, fachlich kompetent vermittelt inkl. Praxisbezug. Es haben sich für mich interessante neue Zugänge und Blickwinkel auf bereits bekannte Fächer wie z.B. Arbeits- und Organisationspsychologie ergeben. 

Leben/Freizeit

In Wien herrscht enorm gute Lebensqualität und die Stadt bietet meiner Ansicht nach alles, was das Herz begehren kann: Theater, Kino, Museen (für Psychologie-Interessierte empfiehlt sich besonders das Sigmund Freud Museum an der Berggasse), Kunst, Musik, Architektur, Geschichte, Subkultur, Nachtleben, Schlossparks, Gärten und Donaukanal für Spaziergänge und Joggingrunden, Sport z.B. an der Uni (USI – Universitätssportinstitut Wien, kostenpflichtig) und und und. Praktisch alles liegt relativ nah beieinander und ist durch das dicht erschlossene ÖV-Netz oder mit dem Fahrrad gut und schnell erreichbar.
Anschluss findet man sehr schnell, wenn man sich verschiedenen Aktivitäten hingibt. Beispielsweise habe ich mich einer sog. Buddygroup angeschlossen, was eine tolle Sache war. Vom Erasmus Student Network (ESN) organisiert, finden sich in der Buddygroup drei Erasmusstudierende mit zwei Locals aus Wien zusammen. Die Locals helfen den Neuankömmlingen nach Bedarf und als Mitglied der Gruppe hat man erste Kontakte in einer (noch) fremden Stadt.