Bilder zum Bericht

Blick vom Mont Royal auf Downtown Montral

Downtown Campus

Football Spiel im McGill Stadion

Erfahrungsberichte

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Wer

antje.horn[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

13/14 WS

Universität

CA-
Montreal - McGill University

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Meine Zeit in Montréal und an der McGill University war unglaublich vielseitig, unterhaltsam, beeindruckend und lehrreich und ich würde sofort wieder hingehen!

Vorbereitung

Mit der Bewerbung hat man schon einiges geschafft. Eine Hürde ist nun noch das Learning Agreement aufzustellen. Zu beachten ist, dass McGill ein ganz anderes Creditsystem hat: normal und Vollzeit sind 4 Kurse und insgesamt 12 ECTS.

Ausserdem ist es wichtig frühzeitig zu klären, ob man ein Visum oder eine Study Permit (nötig ab 6 Monaten) braucht. Der Ausstellungsprozess kann einige Zeit in Anspruch nehmen.

Meiner Meinung nach macht es auch Sinn sich für das Buddy Program anzumelden. Man bekommt einen McGill Studenten als Buddy zugeteilt und kann somit Antworten zu allen möglichen Fragen bekommen und hat vielleicht bei der Ankunft in der Stadt auch gleich eine Verabredung zum Kaffee oder auf ein Bier.

Ankunft

Vom Flughafen gibt es zwei Möglichkeiten in die Stadt zu kommen: entweder mit dem Taxi zu einem Pauschalpreis von 40$ oder mit dem Bus für 9$ (das Ticket kann für die nächsten 24h in der Stadt benutzt werden und der Bus fährt sehr häufig).

Es empfiehlt sich einige Tage vor Semesterbeginn nach Montréal zu reisen, um ein bisschen Eingewöhnungszeit zu haben. In den ersten Tagen sollte man direkt zum Service Point der McGill University zu gehen. Dort bekommt man wichtige Informationen und auch die ID. In den Tagen vor Semesterbeginn ist dort unglaublich viel los, man muss auf jeden Fall mit Wartezeiten rechnen.

 Ausserdem kann man sich in den ersten Tagen gleich um eine Simkarte bemühen. Es gibt verschiedene Anbieter. Ich hatte letztendlich einen Monthly Plan von Fido, den man jederzeit kündigen kann. Ich war damit sehr zufrieden. Generell ist Internet und Telefon dort für uns aber ungewohnt teuer.

Zimmersuche
Wohnen

Ich hatte mich für die Student Residence beworben, habe allerdings keinen Platz bekommen, da die Zimmer dort vor allem an Erstsemestrige vergeben werden. Abgesehen von den Mühen des Wohnungssuchens war ich dann allerdings froh eine eigene Bleibe zu haben. 

Für die Zimmersuche gibt es einige Facebook Gruppen (eine besonders hilfreiche Housing Gruppe von McGill-Studenten). Ausserdem kann man viele Angebote auf http://montreal.en.craigslist.ca/ oder http://montreal.kijiji.ca/ finden.

Die meisten Studenten wohnen entweder direkt im Viertel rund um den Campus, dem sogenannten McGill Ghetto oder im Plateau. 

Ich hatte bereits das Glück eine Bleibe vor meiner Abreise nach Montréal zu finden, allerdings habe ich von vielen anderen Austauschstudenten gehört, die alle erst vor Ort gesucht haben und auch fündig wurden. Der Wohnungsmarkt ist viel entspannter und auch günstiger als in Zürich. Für eine Suche vor Ort würde ich aber auf jeden Fall eine Woche einplanen und auch schon vor der Ankunft Besichtigungstermine vereinbaren - dann sollte es allerdings machbar sein!

Universität

 Der Start in das Unileben wird den Austauschstudenten durch die Orientation Week - eine Woche vor Semesterbeginn - sehr leicht gemacht. Es gibt viele Aktivitäten auf und um den Campus und es ist eine super Gelegenheit um die Uni und andere (Austausch-) Studenten kennenzulernen. Ausserdem kann man sich überlegen am Frosh teilzunehmen. Dies sind Einführungstage der verschiedenen Fakultäten für ihre Erstsemestrigen. Es ist recht verrückt, die Erstis sind noch sehr jung, aber trotzdem witzig!

Die Vorlesungen an der McGill haben sich im Fach Psychologie nicht so sehr von denen an der UZH unterschieden. Die Kurse sind mit ein paar Hundert Studenten ebenfalls sehr gross, was interaktiven Unterricht schwierig macht, aber es werden trotzdem mehr Fragen von den Studenten gestellt. An das grosse Arbeitspensum und die langen  Literaturlisten, muss man sich erst noch gewöhnen. Man hat schon von Beginn an sehr viel zu tun und ich hatte bereits nach 4 Wochen Vorlesungen meine erste Midterm Prüfung. Nach anfänglicher Skepsis muss ich allerdings sagen, dass mich das System der Midterm Prüfungen durchaus überzeugt hat: man hat keine andere Wahl als immer am Ball zu bleiben, weiss zu jeder Zeit wo man steht, was man verbessern kann und das Semesterende ist weitaus entspannter als in Zürich.

Zudem gibt es in jedem Kurs entweder obligatorische Assignments oder man hat die Möglichkeit einen Essay zu schreiben, wodurch die Prüfungen dann weniger stark gewichtet werden.

Leben/Freizeit

Die McGill hat ein riesiges Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten. Es gibt Clubs für wirklich nahezu alles. In der Orientation Week stellt sich jeder Club vor und man hat die Möglichkeit zum Reinschnuppern und Mitmachen. Ich persönlich denke, dass man ein Football- und Eishockey Spiel der McGill Redmen in den Uni eigenen Stadien auf keinen Fall verpassen darf und auch Cinema Politica und die Theateraufführungen der McGill Studenten haben mich jedes Mal begeistert!

Montréal ist eine unglaublich lebendige, internationale und vielfältige Stadt. Es gibt sehr  viel zu entdecken und ich bin überzeugt, dass es einem dort wirklich nie langweilig werden kann. Wenn man im August ankommt, hat man noch die Chance den wunderbar heissen kanadischen Sommer mitzuerleben. Ausserdem gibt es in der Stadt dann unzählige Film-und Musikfestivals (z.B. Osheaga - das grösste und bekannteste, vielleicht könnt ihr ja rechtzeitig dafür anreisen: http://www.osheaga.com/ ) und Strassenfeste. Ausserdem hat man eine riesige Auswahl an Bars, Restaurants und Cafés und Ausgehen ist im Vergleich zu Zürich recht günstig.

Auch an den Wochenenden kann man sehr viele Ausflüge machen, entweder in die umliegenden Nationalparks zum Wandern, Kajaken und Natur geniessen oder in eine der grossen Städte wie Toronto, Boston und New York.