Bilder zum Bericht

Skyline Downtown mit der Sydney Harbour Bridge

Rugby Union: Wallabies (AUS) vs. All Blacks (NZ)

Bondi Beach

The Three Sisters in den Blue Mountains

Opera House am 40 Jahr Jubilum

Erfahrungsberichte

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Wer

mish-h[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

13/14 WS

Universität

AU-
Sydney - The University of New South Wales

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Ein Austauschsemester in Australien ist eine einmalige Chance, die du unbedingt wahrnehmen solltest. Nebst interessanten Studieninhalten aus einer anderen Perspektive, lernst du ein neues Land, dessen Einwohner und deren Lebensweise (no worries, mate – und auch den berühmt berüchtigten Aussie Slang) kennen und schliesst Freundschaften mit jungen Leuten aus aller Welt.

Die UNSW ist für ein Austauschsemester perfekt gelegen in der berühmten Hafenstadt Sydney – zwischen Stadt und Strand.

Aber Achtung – es besteht die Gefahr, dass du danach gar nicht mehr wieder nach Hause zurück willst. :o)

Vorbereitung

An erster Stelle steht die Bewerbung für das Austauschsemester. Erkundige dich früh über die Fristen und die zu erbringenden Leistungen und Voraussetzungen (z.B. Sprachnachweis), da du dich mindestens ein halbes Jahr vorher bewerben musst. Was alles in den Bewerbungsunterlagen enthalten sein muss, findest du hier: http://www.int.uzh.ch/out/program/world/university/application.html

Vor der Bewerbung solltest du dich sorgfältig über die verschiedenen Universitäten und deren Fächerangebot informieren. Ein kleiner Hinweis: schau unbedingt, welche Fächer während des angestrebten Semesters angeboten werden. Einzelne Kurse werden nur im Frühlings- oder Herbstsemester durchgeführt. So gehst du sicher, dass du dann auch die gewünschten Kurse absolvieren kannst.

Kommt nach der Bewerbung die Nominierung der UZH – Juhu! – dann hast du es geschafft. Dir steht zwar nochmals eine Bewerbung an der UNSW bevor, diese stellt jedoch normalerweise keine grosse Hürde mehr dar und erfordert zum Teil die gleichen Unterlagen, welche du bereits für die Eingabe an der UZH einreichen musstest.

Den „Letter of Acceptance“ der UNSW erhält man leider erst relativ spät. So empfehle ich, dass du dich anschliessend zügig ans Beschaffen der Krankenversicherung (OSHC) machst. Ich entschied mich für die Medibank, da die UNSW mit dieser Versicherung zusammenarbeitet und die ganze Registrierung so einfacher ist. Zudem befindet sich ein Büro dieser Versicherung direkt auf dem Campus. Anzufügen ist hier, dass die Medibank etwas teurer ist als andere Anbieter.

Erst wenn man die Krankenversicherung abgeschlossen hat und den Beleg auf die online Plattform der UNSW – Endeavour – hochgeladen hat, erhält man die CoE – „Confirmation of Enrolment“. Mit dieser wiederum kann man das Visum relativ schnell und unkompliziert per Internet beantragen.

Für eine Unterkunft auf dem Campus sollte man ebenfalls früh auf der Lauer sein, denn die Plätze sind beliebt. Die Bewerbung ist meistens mit Kosten verbunden, trotzdem hat man damit keinen Platz auf sicher. Informationen zu den verschiedenen On-Campus Unterkünften findest du hier: http://rc.unsw.edu.au/

Lass dich auf Facebook von den Aussie Mates, welche verschiedene Events für die Austauschstudierenden organisieren, zu der Exchange Semester Gruppe hinzufügen. So bist du stets up-to-date. Diese Gruppe ist hilfreich, um Leute kennenzulernen, mit denen du Sydney erkunden oder die du um Rat fragen kannst.

Ankunft

Mit dem 400er Bus kommt man günstig innerhalb von 45min vom Flughafen zur Uni (oder mit Umsteigen in Randwick Junction nach Coogee ins Hostel). Das Busfahren ist zu Beginn noch etwas verwirrend. Einerseits unterstützt das Linksfahren die Orientierung nicht gerade, andererseits werden keine Haltestellen angesagt. Die Busfahrer sind jedoch meist sehr freundlich – so dass auch die Passagiere beim Verlassen des Busses gerne ein „Thanks driver“ nach vorne rufen. Sag dem Fahrer einfach Bescheid wo du hin musst, und er wird dich wissen lassen, wann du aussteigen musst. Wenn du dir dann ein Handy-Abo zugetan hast, ist Google Maps ein treuer Begleiter für die Planung deiner Fahrten und Haltestellen. Wir Schweizer sind etwas verwöhnt mit der Pünktlichkeit der Busse – da musst du dich an die Aussie Gemütlichkeit gewöhnen. :o) Man kann jedoch mit einem SMS an die Nummer +61 488 898 287 mit der Nummer der Haltestelle herausfinden, wie lange der gewünschte Bus noch bis zu der Haltestelle braucht, an der man gerade wartet.

Ich habe mir ein „My Multi“-Ticket gekauft. Damit kommst du mit Bus, Fähre und Zug überall hin. Kostenpunkt ca. 400 AUD für drei Monate. Wem das zu teuer ist, der kann ein Zehner-Abo (ca. 18 AUD) in einem Convenience Store oder z.B. im IGA auf dem Campus beziehen. Austauschstudierende sind leider nicht für die Concession (Vergünstigung) berechtigt. (Das könnte sich aber in Zukunft ändern.)

Wenn du noch auf Wohnungssuche bist, empfiehlt es sich, ein Bett im Surfside Backpackers Hostel am Coogee Beach (ausgesprochen kuutschii) :o) zu buchen. Die Lage ist perfekt – ca. 20-30 min. Fussweg oder 10 min. Busfahrt zur Uni, so dass du erste organisatorische Sachen, wie z.B. das Abholen der Legi beim FM Assist, in Angriff nehmen kannst.

Es empfiehlt sich, früh nach Down Under zu fliegen, um sich in Ruhe einrichten zu können:

  • SIM-Karte. Ich hatte ein Pre-Paid Abo vom Anbieter Amaysim und war sehr zufrieden damit. Die SIM-Karte kann man für 2 AUD in den Lebensmittelläden oder an Kiosken kaufen und mit dem gewünschten Betrag aufladen.
  • Bankkonto. Die Commonwealth Bank bietet für Studenten ein gratis Konto, mit einem hervorragenden Zinssatz an. Zudem befinden sich mehrere Bankomaten dieser Bank auf dem Campus sowie überall in der Stadt.
  • Krankenkasse. Abholen der Medibank Krankenkarte.

In den ersten Wochen ist ziemlich viel los: Von der Uni werden diverse Events organisiert – so wie z.B. der Orientation Day, Afternoon Tea oder auch Parties im Roundhouse, an welchen es sich lohnt, teilzunehmen. An diesen Veranstaltungen lernst du viele Austauschstudierende kennen – wer weiss, vielleicht triffst du dort Studien-/Lernkollegen oder auch Reisekollegen.

 Ja, ich habe es mir auch nicht vorstellen können, dass es in Australien kalt sein kann. Im Juli/August – im australischen Winter – herrschen recht kühle Temperaturen, darum unbedingt warme Kleider einpacken.

Zimmersuche
Wohnen

Mit Plan B im Gepäck – selbstständig eine Wohnung zu suchen – ging ich nach Sydney. Das Surfside Backpacker Hostel in Coogee war perfekt dafür. Dort triffst du andere Austauschstudenten, welche ebenfalls auf Wohnungsjagd sind. Die meisten waren jedoch schon viel früher in Australien angekommen und hatten bereits eine Unterkunft, als ich ankam. Ich würde empfehlen, ca. 2 Wochen vor dem Orientierungstag anzureisen, um mit anderen zusammen eine Wohnung suchen zu können.

Wohnungen oder Zimmer findest du auf den Plattformen gumtree.com.au oder flatmates.com.au. Eine Zimmermiete ist ziemlich teuer und liegt zwischen ca. 170 AUD und 300 AUD, je nachdem ob du bereit bist, ein Zimmer zu teilen oder nicht.

Letztlich habe ich dann doch noch ein Zimmer auf dem Campus im Village erhalten. Das Village besteht aus zehn riesigen Wohnblöcken mit jeweils je nach Wunsch Ein bis Sechs-Zimmer-Wohnungen, eigentlich ein sehr soziales Umfeld, da dort nur Studenten leben. Jedoch musst du einfach etwas Glück haben, mit wem du in eine Wohnung eingeteilt wirst.

Bett, Pult und Kleiderschrank stehen bereits im Zimmer. Alle anderen Einrichtungsgegenstände so wie Bettsachen, Kleiderbügel, Geschirr (falls nicht noch von den Vormietern dagelassen), etc. musst du selbst mitbringen. Da lohnt sich ein kurzer Abstecher in die IKEA oder in einen günstigen One-Dollar Store, z.B. im Pacific Square in der Maroubra Junction. Im Allgemeinen sind die Wohnungen jedoch intakt und sauber – natürlich je nach Sauberkeitsanspruch der Wohnungsgenossen. :o)

Universität

Die UNSW ist eine riesige Universität und so ist vom Foodcourt über eine Bank, ein Lebensmittelladen, mehrere Bibliotheken und eine Bar bis hin zum Arzt alles auf dem Campus zu finden.

Es ist zu empfehlen, sich schon im Voraus per Endeavour für die Kurse einzuschreiben, so dass man bei der Ankunft schon für alle Kurse, die man besuchen möchte, registriert ist. Falls man abgelehnt wird, kann man sich vor Ort mit dem Exchange-Team in Verbindung setzen. Meistens findet sich eine Lösung.

Der Vorlesungsstil ist dem an der UZH ähnlich: Die Dozenten tragen mit einer PowerPoint Präsentation vor, die Studenten machen Notizen. Der Aufwand während des Semesters ist jedoch erheblich grösser, da man sogenannte Assignments – ähnlich wie Hausaufgaben – einreichen muss. Diese werden meistens benotet und sind Teil der Endnote.

Ein Kurs besteht üblicherweise aus zwei Stunden Vorlesung und aus einer Stunde Tutorial. Dort wird das Gelernte in einen praktischen Rahmen gesetzt und dann per Assignment gefestigt und überprüft, ob man es verstanden hat. Diese praktische Herangehensweise an Lerninhalte hat mir persönlich sehr gefallen.

Eher etwas ungewohnt ist dabei die Zeit der Kurse. Die meisten postgraduate (Master) Vorlesungen finden am Abend statt, da viele Studenten tagsüber arbeiten.

Leben/Freizeit

Sydney ist eine faszinierende Stadt. Was ich als so speziell empfunden habe, ist die Nähe des Stadtzentrums zu den Stränden – perfekt für Kulturinteressierte, Shoppingbegeisterte, SonnenanbeterInnen oder Surf(anfäng)er.

Sydney habe ich als eine sehr sichere Stadt wahrgenommen, auch nachts. Die Busse fahren zudem bis in die frühen Morgenstunden hinein, auch unter der Woche.

Es ist immer etwas los. Die Aussies sind total sportverrückt. Es gibt diverse Sportanlässe, welche es sich lohnt zu besuchen. Unterstütze die lokalen Teams – die Sydney Swans (AFL – Australian Football League), die Sydney Roosters (NRL – Rugby League) oder Surfer an Wettkämpfen an den Sydney Region Stränden!

Auch an der UNSW selbst läuft immer was – von der Sports Week bis hin zum Backpack Awareness Day. Die unzähligen Societies, welchen man beitreten kann, organisieren zudem immer wieder gratis Mittagessen. Es gibt sogar eine Facebook Gruppe, welche verrät, wo und wann es auf dem Campus gratis etwas zu erhaschen gibt. :o) Die Societies reichen von seriösen Clubs wie Sportvereinigungen, über praktische wie der Photo Club, bis hin zu lustigen wie Quidditch oder Food Lovers Society – es ist für jeden etwas dabei.

Das International Office organisiert ebenfalls diverse Ausflüge. Am Orientation Day kann man sich anhand einer Broschüre für diese anmelden.

Preislich hält Sydney locker mit Zürich mit. Falls das Geld knapp werden sollte, ist es nicht allzu schwer, einen Job zu finden. Meistens werden Servierkräfte oder Leute für den Verkauf gesucht. Das Studentenvisum erlaubt einem bis zu 40 Stunden pro zwei Wochen zu arbeiten.

Die Seite Groupon kann dabei behilflich sein, zu sparen. So findet man dort immer wieder tolle Deals für Essen oder Events. Am besten meldest du dich für den Newsletter an.

An den Wochenenden finden einige Märkte statt, so zum Beispiel am Samstag die Glebe Markets oder Paddington Markets, am Sonntag einmal im Monat The Rocks Market.

Nebst der Stadt selbst bietet Sydney auch tolle Wochenendausflugsmöglichkeiten wie z.B. die Blue Mountains oder Jervis Bay.

Nicht nur Sydney, ganz Australien ist fantastisch! Es lohnt sich auf alle Fälle, verschiedenen Orten auf diesem Kontinent einen Besuch abzustatten.