Erfahrungsberichte

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Wer

nurit.blatman[at]gmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Mein Gesamteindruck ist ein sehr positiver. Ich wusste von Anfang an, dass ich nach Wien wollte, weil es eine sehr schöne Stadt ist, kulturell und historisch sehr spannend, und - weil ich zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum alleine Leben würde- auch nicht ZU weit von Zuhause entfernt. Die Kultur der Stadt zieht einem einfach in ihren Bann. Als Kulturwissenschaftlerin fand ich es natürlich toll, in so einer Stadt zu studieren! Freizeit und Studium haben sich oft vermischt, was ich einfach toll fand. Die Erfahrung, mal alleine zu Leben, war sehr bereichernd.

Wien kann ich wärmstens als Austausch-Destination empfehlen. Die Uni ist inspirierend schön und rundherum gibt es so viel, dass einem nie langweilig wird.

Vorbereitung

Die grösste und schwerste Hürde der Vorbereitung war die Suche nach einer Unterkunft. (siehe Kapitel Wohnen). Ansonsten war der ganze Anmeldeprozess nicht besonders kompliziert und ging schnell vor sich. Die Modulbuchung war etwas mir etwas fremd, aber man hat es schnell verstanden. Während es bei uns ja first come, first serve heisst, muss man in Wien Punkte setzen. Je mehr Punkte, desto wichtiger ist einem das spezifische Modul. Da ich auch ausserhalb meines eigentlichen Studiums Module gebucht habe, hatte ich dort nicht den Vorrang gegenüber den anderen Stunden, und die einen Module waren wirklich voll, doch schlussendlich, nach einer oder zwei Wartelisten, hat dann zum Glück doch alles geklappt.

Ansonsten gehört zu den Vorbereitungen bloss, dass man sich das Packen genau überlegt und nicht zu viel mitnimmt, da man später mit mehr Gepäck wieder zurückreisen wird. 

Ankunft

Aus terminlichen Gründen konnte ich erst wirklich zu Beginn des Semesters in Wien ankommen, ich würde jedoch empfehlen, eine Woche früher zu kommen, um sich zuerst etwas einzuwohnen und um den Papierkram zu erledigen. Da allerdings mehrere Info-Veranstaltungen angeboten wurden, sowohl vor als auch zu Beginn der Lehrveranstaltungen, konnte ich zu allen Info-Veranstaltungen gehen. Bis ich das ganze Bürokratische erledigt habe, dauerte es aber schon 1-2 Wochen. Während dieser Zeit fand ich auch langsam heraus, wo ich einkaufen kann und lernte langsam Leute kennen. Es gab sowohl übergreifende Kennenlern-Events als auch fachspezifische, welche ich persönlich etwas hilfreicher fand, da man dort schnell und einfach Anschluss finden konnte.
Die Erasmus-Check-List, die man bereits vor der Ankunft erhält, ist zimlich hilfreich bei der Organisation, wie auch die Info-Veranstaltung in Wien selbst, die auch Informationen zur Fahrkarte und zum Verkehr usw gibt.

Als kleine Aufmerksamkeit erhält man bei der einen Sekretariatsstelle, bei der man sich an der Uni melden muss, eine schöne Uni-Wien-Tasche.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe bereits früh mit der Wohnungssuche gestartet, denn diese ist nicht zu unterschätzen. Ich wollte gerne alleine Leben, um mal zu erfahren wie es ist, auf sich selbst gestellt zu sein und selbstständig für sich zu sorgen. Ich habe über Facebook-Gruppen und diversen Online-Seiten gesucht. Um mir ein gutes Bild von den Angeboten machen zu können, fuhr ich vor meinem Aufenthalt kurz nach Wien, um mir die Wohnungen anzusehen - zum Glück, denn ich wurde zum Teil zimlich überrascht, besonders was die Entfernung zum Zentrum angeht, was ich auf der Karte nur schwer einschätzen konnte. Am Ende habe ich dann meine Wohnung durch einen Zufall gefunden, ein Freund wusste von einer Freundin, dass sie etwas hat.

Da meine Wohnung in den ersten drei Wochen noch besetzt war, habe ich für die ersten Wochen online ein WG-Zimmer gefunden, in dem ich verweilen konnte. Es hat wirklich alles gut geklappt.

 Das Alleine-Wohnen selbst fand ich toll, auch wenn ich die Hausarbeit und den Zeitaufwand etwas unterschätzt habe. Wäsche, Kochen, Putzen, Einkaufen: Das dauert. Aber es hat mir auch Spass gemacht, das alles mal zu erleben. 

Die Stadt ist ziemlich sicher und es war kein Problem, am späten Abend nach Hause zu kommen. 

Universität

Das Hauptgebäude der Uni ist etwas grösser als wir es uns in Zürich hier gewohnt sind. Die grosse Halle und die schönen Treppenhäuser imponieren und erinnern stark an Museen, wie zB das Kultur- bzw. Naturhistorische Museum. Auch der ehrwürdige Lesesaal der Hauptbibliothek imponierte mich stark.

Nicht weit vom Hauptgebäude ist der Campus. Die Verstreutheit der Uni-Gebäude und das Pendeln sind uns Zürchern ja gut bekannt. Mein absolutes Highlight war die Tatsache, dass die Bibliothek der Filmwissenschaft in der Hofburg selbst war. Da traf plötzlich Geschichte/Tourismus (&Sissi) auf das tägliche Studieren und erzeugte eine inspirierende Atmosphäre.

Das Studieren selbst gestaltet sich ähnlich wie wir es an der UZH auch kennen: es gibt eine Online-Plattform à la OLAT und je nach dem wöchentliche Aufgaben. Auch sprachlich gibt es keine grösseren Probleme. Einzig etwas anders ist, dass man im Gegensatz zur uns bekannten Zentralbibliothek die Bücher nicht selber holen kann, sondern online bestellen muss, um sie einige Stunden später an einer Theke abholen zu können, was aber mit einem guten Zeitmanagement kein grösseres Problem darstellt und man ist schnell darauf eingestellt.

Zu den Modulen selbst: Ich war sehr glücklich mit den Modulen, die ich gebucht habe. Ich habe nicht nur aus meinem eigenen Studiengang, sondern auch aus anderen Fächern/Instituten Kurse gebucht, die thematisch zu meinem Studium gepasst haben, und war sehr zufrieden damit. Es gab ein sehr grosses Angebot.
Ich habe auch für Filmwissenschaft Kurse gebucht, da war es besonders spannend, da der Zugang dort etwas praktischer ist als in der UZH, was eine spannende Abwechslung war. 

Leben/Freizeit

Wien ist eine wunderschöne und sehr kulturreiche Stadt. Es gibt unglaublich viele schöne Museen, Parks und Attraktionen. Auch am Abend hat Wien viel zu bieten. Um den Schwedenplatz herum gibt es viele Bars, aber auch rund um den Stephansplatz gibt es Einiges. Auch kulinarisch wird man dort verwöhnt, während man auch stundenlang in den berühmten Wiener Kaffees verweilen kann. Das Museumsquartier ist auch immer spannend, und Clubs findet man auch mehr als genug. Als Shopping-Freudige Person wurde ich in Wien auch gut versorgt. Da alles mit der S-Bahn gut erreichbar und sehr Nahe ist, kann man vieles gut während der Woche vor oder nach der Uni anschauen gehen. 

Zusätzlich ist Wien ein toller Ausgangpunkt für weitere Reisen, Städte wie Bratislava oder Budapest sind nicht so weit entfernt und perfekt für ein längeres Wochenende.