Erfahrungsberichte

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Wer

annina.hammer[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 SS

Universität

CN-
Hong Kong - University of Hong Kong

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Mein Gesamteindruck von diesem Austauschsemester lässt sich in einem Wort beschreiben: Genial! Hong Kong hat mir vom ersten Tag an gefallen und gefällt mir jeden Tag mehr. Die Stadt hat etwas an sich, eine gewisse Atmosphäre die man gar nicht genau beschreiben kann, sondern erleben muss. Es gibt aber auch Dinge an die man sich erstmals gewöhnen muss, beispielsweise die vielen Menschen und Gerüche überall, andere Sitten oder auch die Sprachbarriere, welche auf Hong Kong Island jedoch nicht besonders gross ist.

Die Hong Kong University (HKU) ist gut gelegen und der Campus ist wunderschön. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät befindet sich in einem ganz neuen und super modernen Teil, wo es diverse Bibliotheken (sehr lange Öffnungszeiten), Restaurants und Kaffees und eine Dachterrasse auf dem 11ten Stock mit Blick auf die ganze Stadt gibt. Als Austauschstudent lernt man spätestens am Orientierungstag viele andere Austauschstudenten kennen (es hatte ca. 300 neue Austauschstudenten aus der ganzen Welt dieses Semester) und es ist einfach Freundschaften zu schliessen, denn alle sind offen und in einer ähnlichen Situation.

Vorbereitung

a.       Administratives

Die Vorbereitung ist relativ langwierig. Zuerst der ganze Prozess an der Universität Zürich und danach in Hong Kong, inklusive Visum. Die Anmeldungen haben aber jeweils genaue Listen der erforderlichen Dokumente und es ist daher am einfachsten, wenn man die Dokumente Schritt für Schritt zusammenstellt, so dass nichts vergessen geht. Hat man einmal die definitive Bestätigung aus Hong Kong, sollte man sich auf Wohnungs- bzw. Zimmersuche machen, worauf ich jedoch erst später eingehen werde. Als nächstes habe ich den Flug gebucht: ACHTUNG bei der Datenwahl. Die Juravorlesungen beginnen zum Teil erst eine Woche später als die Vorlesungen anderer Fakultäten, weshalb ich meine Flug zuerst erst später buchen wollte. Dies wäre natürlich schon möglich gewesen, der allgemeine Orientierungstag und ein spezifischer Orientierungstag der Rechtswissenschaftlichen Fakultät fanden jedoch schon zu einem früheren Zeitpunkt statt (eine Woche vorher). Meiner Meinung nach waren diese Veranstaltungen sehr gut organisiert und eine gute Möglichkeit Leute kennenzulernen und daher empfehlenswert. Zudem sind viele Studenten ohnehin schon mehrere Tage vor Studienbeginn angereist und haben Sachen unternommen, was ich leider verpasst habe. Falls man also genug Zeit hat, würde ich sicher einige Tage vorher anreisen.

b.          Informationsbeschaffung

Die Informationsbeschaffung hat gut geklappt. Die meisten Informationen habe ich direkt von der HKU erhalten (zum Teil sogar zu viele Informationen, denn man ist ab dem Zeitpunkt wo man aufgenommen wird in einem Uni-Verteiler und erhält somit schon viele Informationen betreffen Veranstaltungen usw.) und wann immer ich eine Frage hatte, bekam ich eine Antwort (mal mehr und mal weniger hilfreich) zurück.

Die hilfreichste Informationsquelle ist jedoch eindeutig die Auskunft von ehemaligen Austauschstudenten und anderen Leute, die sich in Hong Kong auskennen. Wenn jemand den gleichen Prozess durchgemacht hat, dann weiss er auch was die wesentlichen Informationen sind und Erzählungen, wie es in Hong Kong so zu und her gegangen ist haben mir sehr geholfen mich vorzubereiten.

Ankunft

Ankunft am Flughafen: Am einfachsten nimmt man vom Flughafen den Airport Express nach Hong Kong Island (günstiger und schneller als Taxi) und von dort ein Taxi zu der Unterkunft.

Ankunft in der Hall: Hier darf man nicht die Geduld verlieren. Ich war sehr müde bei meiner Ankunft und musste mich zuerst irgendwie mit der Rezeptionistin (welche nicht englisch konnte) unterhalten und diverse Formulare ausfüllen. Danach wird man ins Zimmer gebracht, wobei die meisten Zimmer keine Decke/Kissen usw haben: Es ist daher zu empfehlen einen Schlafsack mitzunehmen und am nächsten Tag in die IKEA (zb in Causewaybay) zu fahren um einige Sache zum besorgen.

Uni: Anmeldung bei den diversen Büros. Dies ist eine gute Möglichkeit sich ein erstes Mal mit dem Campus vertraut zu machen.

Zimmersuche
Wohnen

- http://www.als.hku.hk/admission/exchange/incoming-students/visa-housing

Ich habe mich auf dieser OISE Homepage für einen Platz in einer „Studenthall“ beworben. Da ich jedoch keine Ahnung hatte, was es alles für Möglichkeiten gibt und auch keine Informationen darüber hatte, was empfehlenswert ist, habe ich mich ziemlich beliebig für 3 Halls, die meiner Meinung nach gut gelegen waren angemeldet. Ich wurde dann in eine Hall mitten auf dem Campus eingeteilt, was seine Vor- aber auch Nachteile hat: Ziemlich schnell habe ich realisiert, dass die meisten anderen Austauschstudenten nicht direkt auf dem Campus wohnen, sondern ein wenig ausserhalb, an der Sassoon Road (in der Nähe Queen Marry Hospital). Gemeinsam mit einer Freundin habe ich mich dann entschieden an die Sassoon Road, in die Lee Hysan Hall umzuziehen, wo es noch ein freies Doppelzimmer gab. Der Umzug war dabei überhaupt keine Sache und ich kenne viele Studenten, die während des Semesters noch gewechselt haben. Das Hall-Leben ist jedoch ziemlich gewöhnungsbedürftig und sicher nicht jedermanns Sache. Die Zimmer sind relativ klein und mehrheitlich für zwei Personen. Zudem ist es immer sehr laut, da die meisten Studenten aus der Umgebung sind und einen anderen „Schlafrhythmus“ haben (zumindest als ich). So kann es also gut vorkommen, dass eine Band probe oder ein Floormeeting um 1:00 stattfinden, oder die Studenten bis 3:00 Fussball oder Unihockey auf dem Korridor spielen. Die Lage meiner Hall ist auch nicht gerade optimal, da es nur ein kleine Kantine und einen seven eleven shop gibt und keinen Supermarkt oder Restaurants in der Nähe. Die Sicherheit ist jedoch sehr gut, da es 24h am Tag eine Person an der Rezeption am Eingang hat und Sauber ist die Hall meistens auch.

Es gibt aber andere Wohnmöglichkeiten, welche auch sehr günstig sind, die ich empfehlen würde:

Student Flats: Hier hat man eine kleine Wohnung mit anderen Studenten zusammen mit Küche und Aufenthaltsraum, wobei die Zimmer jedoch auch geteilt werden müsse (zT bis zu 3 Personen pro Zimmer).

Residential Colleges: Ein sehr neues Gebäude in Kennedytown (das heisst an guter Lage) und auch mehrere Einzelzimmer. Meiner Meinung nach ist dies die beste Wahl, die man treffen kann, wenn man nicht selbst eine Wohnung suchen will.

Wohnungen/ Service Appartements unabhängig von der Uni: Natürlich gibt es auch die Möglichkeit selbst eine Wohnung zu suchen. Diese Option ist jedoch relativ teuer (vor allem, wenn man alleine sucht) und es ist schwieriger den Anschluss an alle andere Studenten zu haben, da der grösste Teil in Uni Unterkünften wohnt.

Universität

a. Aufbau des Studienganges

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet ein 4 Jahres LLB (Bachelor) Programm, ein 2 Jahres JD (Juris Doctor) Programm und zahlreiche Masterprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten an, sowie diverse Postgraduate research Programme.

Als Master Student an der Universität steht einem ein grosses Angebot an Fächern zur Verfügung, wobei man sowohl alle Cross-Listed Fächer (das heisst solche die sowohl für LLB, als auch für LLM Studenten sind), als auch alle LLM Fächer wählen kann (exklusive derjenigen Fächer, welche keine Austauschstudenten zulassen).

Am Anfang des Semesters findet eine zwei Wöchige „add and drop“ period statt, während der man all Fächer, die einem interessieren, besuchen kann. Danach muss man sich definitiv für die Fächer entscheiden, die man absolvieren will. Die meisten Kurse finden einmal pro Woche für 3 Stunden statt und geben 6 ECTS. Ich habe 4 Fächer der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gewählt plus einen Mandarin Kurs gewählt.

b. Unterricht

Der Unterricht ist sehr unterschiedlich je nach Fach. Es gibt Fächer in denen nur wenige Studenten sind (ca. 30) und in denen man beinahe ausschliessliche Diskussionen führt. Dann gibt es Fächer mit einer grösseren Anzahl Studenten (ca. 100), in denen der Professor jeweils ein Referat hält so wie es auch in Zürich üblich ist. Ich hatte sowohl amerikanische, als auch englische und chinesische Professoren, die meiner Meinung nach alle sehr spannende Vorlesungen hielten mit jeweils aktuellen Themen und teilweise sogar Gastreferaten.

Gewöhnungsbedürftig sind jedoch die Unterrichtszeiten. Viele Vorlesungen finden am Abend von 18:30-21:30 statt.

c. Hilfsmittel

Vieles findet über das Internet statt. Jeder Student hat ein sogenanntes HKU-Portal, wo es eine Sektion „my e learning“ gibt: Dort findet man die meisten Informationen über die Fächer für die man sich angemeldet hat und es werden alle Materialien dorthin hochgeladen. Ansonsten hat jeder Student ein Postfach in der Fakultät, wo gewisse Professoren jeweils auch Materialien zur Verfügung stellen. Auf dem Campus hat es einen Studentenladen, in dem man sehr günstig Bücher kaufen kann.

d. Prüfungen

Das Prüfungssystem ist sehr anders als bei uns. Ich hatte keine Prüfungen, welche man mit unseren am Ende jedes Semesters vergleichen könnte. In vielen Fächern besteht die „Prüfung“ aus einem Research Paper oder einem Essay, welche vergleichbar sind mit unseren Seminararbeiten. In anderen Fächern hat man sogenannte „Take-Home Exams“, bei welchen man eine Prüfung erhält, diese aber nicht an der Universität selber lösen muss, sondern es wird einem eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt, in der man sie beantworten muss.

Leben/Freizeit

a. Sport

Die HKU biete zwei Fitnesscenter an, bei denen man eine Mitgliedskarte lösen kann. Es stehen einem dort sowohl Tennisplätze, als auch Squash, Fussballplätze und Schwimmbäder zur Verfügung. Kurse wie wir sie vom ASVZ kennen gibt es zwar, man muss sich jedoch schon Anfangs Semester oder sogar vor Semesterbeginn dafür anmelden und danach sind sie ausgebucht.

Zudem haben die Halls und auch die Uni diverse Sportteams, denen man bei Interesse beitreten kann.

b. Kultur, Vergünstigungen, Anlässe usw.

Es gibt unzählige Museen, Galerien, Theater, Musical, Opern, Konzerte usw., für die man bei Vorweisen des Studentenausweises oft eine Vergünstigung erhält. Am meisten Informationen findet man dazu vor Ort oder im Internet:

http://www.timeout.com.hk/around-town/events/

http://www.discoverhongkong.com/eng/see-do/events-festivals/events-calendar/index.jsp

http://www.startmyday.hk/

Ein paar Sachen die man meiner Meinung unbedingt tun muss:

-                   Pferderennen in Happy Valley am Mittwoch Abend

-                   Rugby Sevens (falls man im März in Hong Kong ist)

-                   Peninsula Afternoon Tea

-                   Dim Sum

-                   Temple Street Night Market

c.          Ausgangsmöglichkeiten, Parties

Das Ausgangsangebot in Hong Kong ist sehr gross. Es gibt sowohl unzählige Klubs, als auch Bars und Restaurant. Es gibt keinen Abend an dem die Stadt ruhig oder ausgestorben ist und so findet man jederzeit etwas, wenn man will. Zudem ist jeden Mittwoch Abend Lady’s Night in Wan Chai und jeden Donnerstag Abend in Lan Kwai Fong.

d. Ausflüge

Es gibt viele Ausflugs- und Reisemöglichkeiten in Hong Kong. So habe ich Austauschstudenten kennengelernt, die am Ende des Semester mehr Zeit am Reisen waren, als in Hong Kong selber. Da Hong Kong sehr gut gelegen ist und das Reisen von hier aus sehr angenehm und günstig, empfehle ich jedem ein paar Reisen zu machen aber auch  Hong Kong und die Umgebung zu erkunden.

Empfehlenswerte Ausflüge in und rund um Hong Kong:

-                   Peak: man kann direkt von der Uni auf den Peak laufen oder mit dem Tram hochfahren und dort den Peak Rundgang machen

-                   Inseln besuchen: Lamma, Lantau, Cheung Chau

-                   Dragon’s Back Hike

-                   Ten thousand buddhas monastery

-                   Chi lin nunnery und nan lian garden

-                   Beaches: Big Wave, Repulse, Deepwater...

-                   Ocean Park