Erfahrungsberichte

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Wer

alex_baer[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 SS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Economics

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Das Austausch Semester in Shanghai an der Fudan University war für mich ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Ein halbes Jahr in einem Land zu leben, in dem die Menschen eine völlig andere Kultur, Tradition und Lebensgewohnheiten pflegen, hat meinen Horizont erweitert, meine Denkweise verändert und Erfahrungen mit sich gebracht, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde.

Ich würde auch im Nachhinein Shanghai und die Fudan University  nochmals als Ort für ein Ausstauschsemester wählen. Dennoch muss ich eingestehen, dass mir von der Fudan University, den Vorlesungen und den Professoren ein wenig mehr erhofft habe.

Vorbereitung

Sobald man bei der Fudan University offiziell angenommen wurde, erhält man ein Admission Package mit dem Visa Application Formular und einigen Information zur Universität und dem Ablauf des Anmeldungsprozesses.

Ich hatte weder Probleme bei dem Beantragen des Visums, noch bei dem Anmeldungsprozess an der Fudan University vor Ort zu Beginn des Semesters.

Jedoch vorerst kurz einige Informationen zu meinem Visum: Ich habe ein Double Entry Visum in Zürich beantragt, da hierfür kein Medical Test nötig war. Zu Beginn des Semesters habe ich dann an der Fudan University den Medical Test gemacht und die Universität hat zugleich auch organisiert, dass mein Visum in ein Multiple Entry Visum gewechselt wird. Für Studenten, die Ausflüge ausserhalb von China oder nach Hong Kong planen, würde ich auch dieses Vorgehen empfehlen.

Der Anmeldungsprozess vor Ort an der Fudan University hat einwandfrei funktioniert. Zu Beginn des Semesters findet der sogenannte Registration Day statt, an dem alle Austauschstudenten sich an der Universität anmelden müssen. Hierfür werden jegliche Unterlagen aus dem Admission Package benötigt. Man sollte unbedingt genügen Passfotos mitnehmen - ich hatte 8 Fotos mit nach China genommen. Zudem sind Kopien von Pass und Admission Notice von Vorteil.

Ich habe vor meinem Austauschsemester einen Chinesisch-Kurs belegt. So habe ich die grundlegenden Begriffe gelernt und bin der Kultur bereits vor dem Aufenthalt in China ein wenig näher gekommen. Dies würde ich jedem empfehlen! Die ETH  bietet hierfür gratis Kurse an (jedoch mit Prüfung). Ich habe mich jedoch für einen Sprachkurs in einer Kleingruppe entschieden. Die Sprachschule Dong kann ich wärmstens weiterempfehlen!!

Ankunft

Vom Flughafen gibt es mehrere Möglichkeiten ins Zentrum der Stadt zu gelangen. Die schnellste und bequemste Variante ist jedoch mit dem Taxi. Hier ist es sehr wichtig, dass man die Hoteladresse in chinesischen Schriftzeichen dabei hat, da die Mehrheit der Taxifahrer in Shanghai die Adresse sonst nicht lesen können.

Danach würde ich empfehlen, eine Metrokarte zu kaufen, die man dann auch vorzu wieder aufladen kann. An jeder Metrostation gibt es Schalter, die eine Metrokarte für Shanghai verkaufen.

Zudem würde ich empfehlen, eine chinesische SIM Karte zu kaufen. Hierfür war ich bei China Unicom, die unzählige Filialen in der ganzen Stadt haben.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mich entschieden mit zwei anderen Studenten, die mit demselben Programm nach Shanghai gekommen sind, eine Wohnung zu teilen. Um die wichtigsten Angelegenheiten zu regeln und sich kennen zu lernen, haben wir uns bereits vor dem Auslandssemester getroffen.

Bei der Wohnungssuche sind wir folgendermassen vorgegangen: Sobald wir in Shanghai angekommen sind, haben wir verschiedene Immobilienmakler angerufen und ihnen erklärt, was für eine Wohnung wir suchen. Auf der Internetseite Smartshanghai sind unzählige Wohnungen aufgelistet, bei denen man die Kontaktdaten von Maklern finden kann. Über ungefähr vier Tage, haben wir ungefähr sechs Wohnungen mit unterschiedlichen Maklern besichtigt. Es ist nicht nötig, bereits im Vorherein in Zürich Termine zu vereinbaren oder Makler zu kontaktieren. Wohnungen in Shanghai sind nur sehr kurz auf dem Markt verfügbar und der gesamte Bewerbungsprozess für eine Wohnung geht um einiges schneller als wir es uns in der Schweiz gewohnt sind. Demnach werden Immobilienmakler ohnehin keine Wohnung suchen, bevor man nicht vor Ort in Shanghai ist und sich mit ihnen treffen kann.
Mike war der Makler, der uns schlussendlich die Wohnung vermittelt hat und auch während unseres Aufenthalts eine grosse Hilfe war. Als wir Probleme mit Heizung, Wasser oder Kühlschrank hatten, waren wir sehr froh um seine Unterstützung, da leider kein Handwerker oder Elektriker in Shanghai Englisch sprechen kann. Anbei die Kontaktdaten von Mike:

Mike Coden
021- 619 72 128 / 021-619 72 129
Mike@newhomechina.com
Room 1103, No. 91 Jianguo Xin road, Shanghai
www.newhomechina.com

Unsere Wohnung lag direkt an der Metro-Station Yuyuan Garden in der Altstadt von Shanghai. Dieses Quartier liegt einerseits in einer guten Distanz zur Universität - mit der Metro erreichbar in ungefähr 30 Minuten - und ist andererseits unweit vom Zentrum und dem Ausgehviertel der Stadt entfernt. Dieses Quartier ist der einzig gut erhaltene Altstadt-Teil von Shanghai. In den kleinen Seitenstrassen findet man noch das urtümliche und chinesische Leben. Mir hat deshalb dieses District so besonders gut gefallen - ich konnte hier die Lebensgewohnheiten und Traditionen der Chinesen hautnah miterleben.

Universität

Das Gebäude der School of Economics befindet sich im Süden der Fudan University. Am besten nimmt man die Metro Linie 10 zur Station Guoqan Road und läuft noch ungefähr 15 min zum Unigebäude. Meine Vorlesungen haben alle im gleichen Vorlesungsraum stattgefunden. 

Da es sich bei dem Studiengang Chinese Economy um einen internationalen Studiengang handelt, sind die anderen Mitstudenten keine Chinesen, sondern Austauschstudierende aus unterschiedlichsten Ländern.  

Vom Vorlesungsangebot war ich leider ein bisschen enttäuscht. Einige der Kurse, die ich ursprünglich belegen wollte, wurden schlussendlich nicht angeboten. Zudem war das Angebot an volkswirtschaftlichen Fächer mit Fokus auf China leider nur sehr beschränkt. Viele Kurse beschäftigten sich ausschliesslich mit der Kultur und Sprache oder mit Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, jedoch nicht spezifisch auf China bezogen.

Die Art des Unterrichts und der Leistungsüberprüfung unterscheidet sich stark zur Univeristät Zürich. Die Vorlesungen sind sehr interaktiv gestaltet und Präsentationen von Studenten sind ein wichtiger Bestandteil. In jeder Vorlesung, die ich besucht habe, mussten wir mindestens ein Essay / Paper verfassen und eine Präsentation halten.

Das durchschnittliche Niveau der Vorlesungen war um einiges tiefer im Vergleich zur Universität Zürich. Da der Studiengang Chinese Economy von internationalen Studenten besucht wird, die alle einen anderen Background haben, sind die Vorlesungen weniger anspruchsvoll als an Universität Zürich. Einige Mitstudenten waren sogar erst im Bachelor. Da jedoch die Leistungsüberprüfung mehrheitlich in Form von Essays besteht, für die man die Themen selber wählt, kann man den Schwierigkeitsgrad auch selber anpassen, indem man anspruchsvollere Themen wählt. 

Sowohl die Professoren, wie auch die zuständigen Mitarbeiter an der School of Economics waren immer sehr hilfsbereit. 

Leben/Freizeit

Ich bin rundum begeistert von Shanghai und der chinesischen Kultur. Die chinesischen Traditionen und Denkweise, wie auch die komplett unterschiedlichen Lebensgewohnheiten haben täglich unvergessliche Erlebnisse mit sich gebracht. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass einem das Leben in China auch vor viele Herausforderungen stellt. Shanghai ist zwar bereits eine weit entwickelte Stadt, doch trotzdem sind die kulturellen Unterschiede vor allem im Alltag stark zu spüren. Man kann jedoch sehr gut selber steuern, wie intensiv man sich auf die chinesischen Lebensgewohnheiten einlassen möchte.

Sowohl Shanghai, wie auch umliegende Städte und Dörfer bieten viele Sehenswürdigkeiten. Ich habe während des Semesters einige Städtetrips unternommen um auch das Landesinnere von China besser kennen zu lernen und die chinesische Kultur besser verstehen zu können.