Erfahrungsberichte

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Wer

eschoger[at]gmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (7360)

Gesamteindruck

Gibt es einen Erasmus-Studenten der von seinem Aufenthalt nicht begeistert ist? Wohl kaum und mir geht es genau so. Ich bin begeistert von der Stadt und dem Leben hier. Ich habe wunderbare Leute kennen gelernt und in den vier Monaten so viel unternommen wie nur möglich…. Einen weissen Spritzer am Donaukanal trinken, dazu ein Buch lesen und in der Sonne liegen, mit der Aussicht auf einen Opernbesuch am Abend und dazwischen ein Wiener Schnitzel geniessen, mehr braucht man nicht um pure Lebensqualität zu geniessen. 

Vorbereitung

Über die Vorbereitungen lässt sich nicht all zu viel sagen: Ich tat all das, was es braucht und das schien mir im Nachhinein als genügend. 

Was braucht es also: 

Das Zusammenstellen des Learning Agreements, bzw. das Heraussuchen der zu besuchenden Vorlesungen war wohl das Aufwändigste. Nachdem die Vorlesungen endlich online abrufbar sind, muss man sich mit einem neuen System herumschlagen. Als kleinen Tipp würde ich lieber zu viel Veranstaltungen auf das Agreement schreiben als zu wenig. Die ersten Wochen laufen in Wien nur spärlich an, man denkt das Semester beginnt aber eigentlich ist die erste Woche reine Orientierungswoche. Dann folgen Feiertage etc. Die Möglichkeit des Vorlesungsschnupperns ist daher begrenzt. 

Des Weiteren braucht man eigentlich nur eine Unterkunft und den Pass um in Wien gut starten zu können. Den Pass/ID braucht Ihr für die Meldebestätigung in Wien, die gerade zu Beginn sehr wichtig ist. Erst wenn ihr die vorweist bekommt ihr euren Studienausweis oder das Ticket für die U-Bahn. Kleiner Tipp dazu: Wenn ihr euch mit dem Hauptwohnsitz in Wien anmeldet, kostet das Ticket für die ÖV sogar nur die Hälfte!!!

Noch ein kleiner Hinweis: Das Anmeldesystem für die Vorlesungen funktioniert in Wien mit der Vergabe von Punkten. Macht euch dabei nicht all zu viel Sorgen: Solltet Ihr einen Kurs nicht wie gewünscht bekommen, lohnt es sich immer dem Professor eine Email zu schicken. Die meisten freuen sich Erasmusstudenten in ihren Seminaren zu haben.  

Ankunft

Leider kommt hier eben alles etwas langsam in Gang. Für die Infoveranstaltung von Erasmus müsst ihr euch für ein Datum nach Wahl anmelden. Dort bekommt ihr den Studienausweis und noch einige wichtige Fakten zum Leben in Wien und zur Organisation der Uni. Danach lohnt es sich sicher an den ESN(Erasmus Student Network)-Veranstaltungen der ersten Semesterwoche teilzunehmen. Somit habt ihr bereits ein kleines Programm, denn die meisten Vorlesungen beginnen in Wien erst in der zweiten, teilweise sogar erst in der dritten Semesterwoche. Sobald die Vorlesungen aber mal begonnen haben, findet sich der Alltag sehr schnell ein.

Zimmersuche
Wohnen

Das war wohl der nervenaufreibendste Teil des Unterfangens. Man denkt mit all den modernen Mitteln wie Facebook, WG-Plattformen oder Skype sollte es leichter sein - weit daneben! Hier in Wien hatten die meisten Studenten den unglaublichen Drang, ein persönliches Treffen mit dem WGzimmer-Bewerber zu vereinbaren, auch nach expliziter Auskunft darüber, dass ich durch meine noch schweizerische Wohnsituation unmöglich mal so kurz nach Wien kommen kann. Dank einer Facebook-Fanpage erhielt ich immer Informationen zu den neu ausgeschalteten WG-Zimmer was dann schlussendlich doch zu einem Skype-Termin führte. Für alle die das noch nicht gemacht haben: Es ist definitiv eine Erfahrung wert. Zum Glück hat das bei mir dann auch auf Anhieb geklappt. All meine Erasmus-Freunde aus Wien konnten mir bestätigen, dass die Wohnungssuche auch bei Ihnen nicht leicht war. Das Grundmotto lautete: Einfach nicht aufgeben und weiterversichern. Ich bin im Nachhinein ganz froh habe ich mich für eine WG und nicht ein Studentenheim entschieden. Ich hatte das Glück mit waschechten Wiener zusammenzuleben ... 

Universität

Als Student der Philosophischen Fakultät hat man ja meistens das Glück seine Vorlesungen und Seminare in den alten Gebäuden besuchen zu dürfen. An der Universität in Wien ist das nicht anders. Die Fakultät Germanistik hat ihren Sitz in dem Hauptgebäude. Das ist einerseits sehr eindrücklich und imposant, andererseits im Sommer auch extrem warm. Auch in den Räumen am Campus, der im Sommer mit seinen Rasenflächen und Brunnen dazu einlädt jede freie Minute zwischen den Vorlesungen draussen zu verbringen, ist das nicht anders. 

Das Hauptgebäude der Universität ist gerade zu Beginn sehr verwirrend: es gibt viele, viele Gänge und keiner führt dahin wo man will. Hat man den Dreh einmal aber raus ist es ganz spannend, immer wieder neue Wege zu finden, die dich zu den Hörsälen führen. 

Die Uni selber hat sehr viel zu bieten: Viele verschiedene Vorlesungen und Seminare, Sportklassen, Biergärten, … Man muss aber Anfangs wie so immer etwas Energie darauf verwenden sich mit den neuen Systemen auseinanderzusetzen, bis man genau begreift, wie man sich zum Beispiel für eine Sportkurs anmelden kann. Des Weiteren kann die Uni Wien aber - was ich auch von Studenten aus anderen Fächern vernommen habe - qualitativ  nicht ganz mit Zürich mithalten. 

Die Organisation an der Uni war aber sehr zufriedenstellend. Die meisten Informationen wurden im voraus bereitgestellt, hatte man zusätzliche Fragen wurden diese meist innerhalb weniger Tage beantwortet. Allgemein helfen die Leute einem sehr gern weiter, solange man sie fragt.  

Leben/Freizeit

Jeder hat andere Vorstellungen darüber wie seine Freizeit gestaltet sein sollte. So lassen sich auch wenig Tipps zu diesem Thema geben. Ich würde aber allen empfehlen von dem grossen kulturellen Angebot der Stadt zu profitieren! Es finden sich allabendlich Veranstaltungen für jedermanns Geschmack. 

Gerade an den Wochenende lohnt es sich auch die umliegenden Städte Wiens mal zu besuchen. Bratislava, Graz, Ljubljana, …. sie alle sind einen Abstecher wert und aus Wien schnell und einfach zu erreichen.