Bilder zum Bericht

Aussicht von meinem Zimmer in meinem Studentenwohnheim im 22. Bezirk

Erfahrungsberichte

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Wer

andrea.fb[at]hotmail.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 WS

Universität

AT-WIEN04
Wien - Veterinärmedizinische Universität Wien

Studienfach

Veterinärmedizin (6000)

Gesamteindruck

Ich empfehle jedem von ganzem Herzen ein Austauschsemester zu machen. In jeder Hinsicht bringt es einem im Leben weiter.  Nie wieder, ausser im Studium hat man diese unglaubliche Gelegenheit einfach mal so für ein paar Monate im Ausland zu leben bzw.  zu studieren und dabei noch von der Uni unterstützt zu werden. 

Die Erfahrungen die ich in Wien gemacht habe möchte ich auf gar keinen Fall missen. Ich habe in diesen 4  Monaten viele spannende Leute getroffen, gesehen wie das Universitätswesen in einem anderen Land ist und eine interessante und vielseitige Stadt kennengelernt

Ausserdem ist es für mich gut zu wissen, dass ich auch in einem anderen Land, alleine - ohne Freunde und Familie in nächster Nähe - ein zweites Zuhause aufbauen und problemlos leben kann. 

Ich vermisse Wien jetzt schon enorm und bin mir sicher, dass diese wunderbare Stadt in meinem Leben immer von grösserer Bedeutung sein wird.  

Vorbereitung

Vorbereitung für den Aufenthalt waren von verschiedenster Natur. Neben den universitären Angelegenheiten ist es am wichtigsten frühzeitig eine Unterkunft zu finden (siehe separates Kapitel).

Was die Uni betraf, war es wichtig, dass schnell und mit Absprache der Partneruniversität (hier Wien) ein passendes Learning Agreement hergestellt wurde. Erst nachdem dieses Learning Agreement auch von allen Parteien angenommen wurde und so auch das Austauschsemester sicher war, konnte ich mich administrativen Abklärungen aller Art wenden:

- Krankenkasse/Unfallversicherung : ist die Deckung im Ausland gewährleistet ?

- Bank : online banking möglich oder nicht aus dem Ausland, wie, etc..? Abklärungen über Eröffnung eines Bankkontos in Österreich,etc..

- Handy Abo in der Schweiz für die Dauer des Aufenthaltes einstellen um unnötige Kosten zu vermeiden und doch die Nr behalten zu können.

- was passiert mit meiner Post in meiner Abwesenheit? Da musste ich jemanden finden, der meine Briefe und Rechnungen verwaltet.

Wichtig war auch die Erarbeitung des Notwendigen monatlichen Budgets. In diesem Fall waren Richtlinien der Universität in Wien wie auch diverse Websites sehr hilfreich. 

Ferner, war es auch wichtig sich grundlegende Überlegung über das was ich mitnehmen musste zu machen. Da ich mit dem Zug meine Hinreise antrat konnte ich nicht Unmengen mitnehmen. So musste ich im Vorfeld genau aussortieren, was für Kleider, Bücher, Geschirr und Kleinigkeiten für eine minimale Einrichtung meines Zimmers mitnehme.  

Ankunft

Meine Ankunft in Wien war nicht besonders spektakulär. Da ich mit meinen 3 grossen Koffern mit dem Nachtzug von Zürich HB nach Wien Westbahnhof gefahren bin, konnte ich dort ein Taxi nehmen, welches mich direkt zu meinem Studentenwohnheim fahren konnte. Dort musste ich natürlich als erstes zur Verwaltung und ich konnte mein Zimmer beziehen. Leider habe ich zu diesem Zeitpunkt meine Zimmergenossin, mit der ich das Badezimmer und ein gemeinsamer Vorraum teilte noch nicht getroffen. So war ich am ersten Tag ganz auf mich gestellt, verschiedene Sachen wie z.B. Bettüberzug (in A gibt es andere Mässe wie in CH) und ÖV Abonnement zu besorgen. 

Die Tatsache dass ich zu Beginn, da ich eine Woche vor Unistart schon Hingezogen war, noch kaum jemanden kannte, gab mir genügend Zeit die Stadt auf eigene Faust ein wenig zu erkundschaften und mich mit dieser vertraut zu machen. 

Man muss an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass ich nicht wirklich lange alleine war. Da ich in einem Studentenwohnheim wohnte, ging es sehr schnell und schon war ich ein Teil des wienerischen Studentenlebens.

Zimmersuche
Wohnen

Es kamen 2 Varianten in Frage : WG oder Studentenwohnheim. Ich habe mich für das Studentenwohnheim entschieden, dies aus verschiedenen Gründen.

 - Auf Grund des relative kurzen Aufenthaltes (1 Semester) erschien es mir der beste Weg sehr schnell Kontakt mit anderen Studenten zu erhalten und somit in das Wiener Leben eintauchen zu können.

- Nach kurzer Suche auf dem Web, stellte sich heraus, dass es direkt neben der Veterinärmedizinischen Universität ein neu erbautes modernes Studentenwohnheim gab.

Ich habe mich  für ein Zimmer angemeldet und  dies auch zugesichert bekommen weil ich sehr frühzeitig (März)  mit der Suche begonnen habe.

Das Heim war meiner Meinung nach perfekt. Die Zimmer  sind relativ gross und verfügen über eine geschmackvolle Grundeinrichtung (Bett, Pult, Kühlschrank, Schränke, Stühle etc.) und werden wöchentlich durch eine Putzfrau grob geputzt.

2 Zimmer teilen sich jeweils ein Badezimmer sowie einen kleinen Eingangsbereich. Jedes Stockwerk verfügt über eine grosse gut eingerichtete Küche sowie mehrere Balkone. Auch sind Waschmaschine sowie einen Fitnessraum vorhanden.

Universität

Der Aufbau des Veterinärmedizinischen Studiums ist in Wien anders gestaltet als in Zürich. Gesamtgesehen, konnte ich feststellen, dass das Niveau ist Zürich eher hoch ist : nie hatte ich das Gefühl mit meinem erworbenen Wissen hinterher zu hinken.

Wie überall gibt es eher positive oder ehe negative Punkte wenn man die 2 Universitäten vergleicht

Positiv für Wien :

- viele Übungen: in Wien gibt es sehr viele Übungen zusätzlich zu den Vorlesungen. Auch wenn es teilweise vielleicht ein wenig anstrengend sein mag, da man viele anwesenheitspflichtige Termine so hat, ist es schlussendlich eine sehr gute Methode, wie man den Stoff wirklich verinnerlichen kann. Vor allem in Fächern wie Parasitologie oder Bakteriologie, wo es wirklich darum geht, die einzelnen Erreger zu erkennen und auswendig zu lernen, fehlen mir in Zürich mehr praktischen Übungen dazu. 

- mehrere Prüfungstermine: da es in Wien im Vergleich zu der Fakultät in Zürich viele Studenten gibt, gibt es dementsprechend auch viele Prüfungstermine. So kommt es, dass es nicht - wie teilweise bei uns in Zürich - nur einen Prüfungstermin zu einer Prüfung im Jahr gibt, sondern man eine Prüfung manchmal sogar 4-5 innerhalb von wenigen Monaten schreiben kann. Dies gibt einem die Möglichkeit eine verpatzte Prüfung möglichst schnell noch zu wiederholen und doch noch zu bestehen.

Negativ:

- Da die Vetmed in Wien die Einzige veterinärmedizinische Fakultät in ganz Oesterreich ist, ist diese entsprechend gross und eher unpersönlich. Da gefällt mir meine Vetsuisse in Zürich viel besser. Hier ist es viel familiäerer - jeder kennt jeden und man kommt viel schneller in Kontakt auch mit Personen der Kliniken. 

- Ausserdem ist mir aufgefallen, dass aufgrund des vorherrschenden Vorlesungs-system, die Studenten sehr spät mit den klinischen Aspekten der Veterinärmedizin in Kontakt kommen. Während es bei uns in Zürich schon im ersten Jahreskurs spannende prüfungsfreie Falldemonstrationen von Klinikern gibt, wird den Studenten in Wien erst im 4. Jahreskurs die klinischen Pathologie und dergleichen vorgelesen und beigebracht. Was diesen Punkt betrifft, finde ich es wirklich gut, wie es in Zürich gehandhabt wird.

Leben/Freizeit

In meiner Freizeit habe ich enorm viele Dinge unternommen. Ich habe in meinem Studentenwohnheim (STUWO) und an der Uni sehr viele Leute kennen gelernt, sodass ich immer Unterwegs war. Ich war an vielen Studentenfeiern, war oft in der Stadt unterwegs, habe viel im STUWO mit anderen Studenten zusammen gekocht und lustige Abende verbracht, in der Weihnachtszeit war ich an praktischen allen Christkindlmärkten und habe leckeren Punsch getrunken, ich war in einigen Museen, habe Musicals besucht, war bei anderen Studenten Zuhause und war des öfteren im Kino, da es in Wien einiges günstiger wie bei uns im wunderbaren Zürich. 
Kurzum kann man sagen, dass es einem in Wien nie langweilig wird und es für Jeden und jeglichen Launen was zu unternehmen gibt. Ich würde lügen, wenn ich nicht ein Teil meines Herzens in Wien gelassen hätte.