Erfahrungsberichte

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Wer

me.k[at]gmx.net

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 WS + SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Ein Erasmus-Aufenthalt ist in meinen Augen uneingeschränkt empfehlenswert. Wer Lust hat, am neuen Ort und in der neuen Uni wirklich einzutauchen, sollte von der Möglichkeit profitieren, zwei Semester zu bleiben. In meiner Erfahrung dauert es eine Weile, bis alle administrativen Hürden genommen sind und man sich mit der nötigen Routine auf das Studium und das sonstige Leben einlassen kann. Die Zeit scheint durch die vielen neuen Eindrücke noch schneller als gewohnt zu vergehen! 

Vorbereitung

Administrativ bedeutet ein Erasmus-Semester natürlich einen gewissen Aufwand. Ich wurde aber immer gut betreut, sowohl an der UZH als auch an der FU. Dass die FU sehr viele Studierende unterbringt und deutlich weniger Geldmittel zur Verfügung hat, macht sich natürlich auch in der Betreuung manchmal bemerkbar, aber wenn man sich aktiv darum kümmert, wird man immer kompetent beraten. 

Da die ersten drei Wochen des Semesters aus einer Art Probephase bestehen, in denen man sich verschiedene Seminare anschauen kann, bevor man sich entscheidet, eilt die Modulbuchung eigentlich nicht und kann auch nach Anbruch des Semesters erledigt werden. 

Ankunft

Ich bin schon zwei Wochen vor Semesterbeginn nach Berlin gereist, um genügend Zeit für Formalitäten (Anmeldung, Bankkonto etc.) zu haben. In der Zeit vor Semesterbeginn finden auch Informationsveranstaltungen und die Immatrikulation für Eramus-Studierende statt.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mein erstes Zimmer über Freunde gefunden. Auch meine zweite WG hat sich über Kontakte ergeben, die aus der ersten WG entstanden sind. Aber es ist grundsätzlich kein Problem, in Berlin ein Zimmer zu finden. Dazu eignen sich Portale wie wg-gesucht.de. Am praktischsten ist es wohl, vor Ort nach einem Zimmer zu suchen, so kann man sich die Wohnung ansehen und die Leute kennenlernen. Auch für die Zeit der Suche ist es kein Problem, eine Zwischenmiete zu finden, weil sehr viele Leute hier ihre Zimmer auch wochenweise vermieten, z.B. wenn sie in Urlaub fahren etc. Die beliebtesten Wohngegenden sind wohl Kreuzberg und Teile Neuköllns, aber auch schön und zentral (und weniger bekannt) ist z.B. Schöneberg. In die Nähe der Uni würde ich nicht unbedingt ziehen, da die Gegend da nicht sehr viel zu bieten hat. Die Uni ist ziemlich abgelegen und eine Reise von 30-60 min muss man halt auf sich nehmen, aber daran gewöhnt man sich schnell.

Universität

Die FU liegt in Dahlem, also ziemlich weit draußen im Grünen, dafür bildet sie (im Gegensatz zur HU) so etwas wie einen Campus. Die meisten Geisteswissenschaften sind im gleichen Gebäude untergebracht, in welchem sich auch die philologische Bibliothek befindet. Die Uni wurde nach dem Krieg von den Amerikanern finanziert, ist also noch relativ jung, die Architektur wohl nicht jedermanns Sache. Dass der FU deutlich weniger Geld zu Verfügung steht als den schweizerischen Unis macht sich nicht nur bemerkbar, wenn bei Regenwetter in der Bibliothek Eimer aufgestellt werden müssen. Da Berlin als Studienort sehr beliebt ist, sind viele Kurse überfüllt und es kann schon mal vorkommen, dass an einem Seminar 50 Leute teilnehmen. Dennoch ist die Unterrichtsqualität meistens gut und man hat die Gelegenheit, viele interessante Profs bzw. Dozierende kennen zu lernen. Die persönliche Betreuung ist trotz hoher Studierendenzahl gut, und die Lehrpersonen in ihren Sprechstunden regelmäßig erreichbar. Außerhalb der regulären Seminare finden ununterbrochen Vortragsreihen, Gastvorträge und Veranstaltungen wie Filmfestivals statt, auch die Studierenden sind sehr aktiv und stellen viele spannende Projekte auf die Beine.

Leben/Freizeit

Dass Berlin bezüglich des kulturellen Angebots unschlagbar ist, muss wohl nicht gesagt werden. Für StudentInnen gelten überall ermäßtigte Preise und es kann schon mal vorkommen, dass man für 7 Euro in der Volks-oder Schaubühne in der ersten Reihe sitzt. Theater, Konzerte, Ausstellungen: Für wenig Geld gibt es jeden Tag die crème de la crème zu sehen. Wer auf Party steht ist hier natürlich auch gut bedient. 

Ich empfehle bei einem einsemestrigen Aufenthalt das Sommersemester. Im Sommer spielt sich das Leben auf der Straße ab und man kann die vielen Grünflächen mit Grillen etc. nutzen. Der Winter ist normalerweise sehr hart, es wird sehr früh dunkel und wird so richtig kalt. Aber auch da gibt es genügend Möglichkeiten, Dinge zu unternehmen. Allgemein muss man damit rechnen, viel unterwegs zu sein, da die Fläche der Stadt ziemlich groß ist und die Wege dementsprechend lang sind. Man ist aber fast überall gut angebunden. Und auch in der U-Bahn gibts immer wieder was zu erleben!