Erfahrungsberichte

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Wer

cranberry[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 WS + SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Das beste Jahr meines Lebens. Von neuen, vergleichenden Einsichten in eine andere Universität über neue Freunde bis hin zum Leben in einer anderen Stadt... Einfach grandios! Ich habe in diesem Jahr nicht nur auf universitärer Ebene dazulernen dürfen, sondern habe auch im persönlichen Bereich viel über mich selbst erfahren. Ich muss dazu sagen, dass es mir enorm geholfen hat, die Sprache zu beherrschen, gerade wenn ich meine Kompetenz im Deutschen mit Nicht-Muttersprachlern vergleiche.

Die institutionelle Hilfe, d.h. die Erasmus-Büros an beiden Universitäten, waren auch sehr hilfsbereit und der Kontakt via Mail verlief einwandfrei.

Als Tipp für den Beginn des Austausches würde ich einzig geben, dass man finanziell etwas auf der Seite hat, denn es kann einige Wochen dauern, bis das Stipendiengeld eintrifft.

Ich würde es jederzeit wiedermachen und weiterempfehlen.

Vorbereitung

Ein Learning Agreement wurde ausgefüllt mit Hilfe meiner Fachkoordinatorin, welches genau auf mich und meine noch zu erbringenden Leistungen zugeschnitten war. Ansonsten blieb nur noch Logistisches (Umzug usw.) zu erledigen. Wie etwas weiter oben erwähnt würde ich einzig als Tipp geben, dass man finanziell etwas auf der Seite hat, da es einige Wochen dauern kann, bis das Erasmus-Stipendium eintrifft. Ich hatte Glück bei der Wohnungssuche in Berlin, da ein Bekannter eine Freundin gerade eine Wohnung zu vergeben hatte. Sonst würde ich jedem empfehlen, sich gerade in beliebten Erasmus-Zielen frühzeitig auf Wohnungssuche zu begeben; einige Kommilitonen aus anderen Ländern mussten zeitweise in Hostels unterkommen, was zur Eingewöhnung an einen neuen Ort unangenehm sein kann.

Ankunft

An der Gastuniversität gab es neben mehreren Einführungstagen und einem kleinen Willkommensgeld auch verschiedene, Erasmus-spezifische Angebote, um sich zurechtzufinden und anhand von kleinen Events andere Erasmus-Studenten kennenzulernen. Der Grossteil der Angebote richtete sich auf das Kennenlernen der Gastuniversität. Im Grossen und Ganzen lag es aber an einem selbst, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Wieder trugen hier meine bereits vorhandenen Sprachkenntnisse enorm dazu bei, Orientierung zu gewinnen.

Zimmersuche
Wohnen

Glücklicherweise konnte ich mit zwei Freundinnen und Kommilitoninnen im Haus eines Bekannten zusammenwohnen. Ich habe jedoch von anderen Erasmus-Studenten gehört, dass es in Berlin, wo ich meinen Austausch absolvierte, wirklich zunehmend schwierig ist, eine bezahlbare und einigermassen schöne Bleibe zu finden, was u.a. dazu führte, dass einige zu Beginn gar in Hostels unterkommen mussten. Um dies vorzubeugen (gerade in der Anfangs- und Eingewöhnungsphase) empfehle ich jedem, sich frühzeitig via Internet um seine künftige Bleibe zu kümmern. Es muss auch nicht für das ganze Jahr sein, aber eine kleine Konstante zu haben für die ersten 3 Monate ist sicher von Vorteil.

Universität

Meine Gastuniversität (Freie Universität Berlin) war strukturell sehr ähnlich wie die UZH, dementsprechend hatte ich sehr wenig Mühen, mich zurechtzufinden. Auch musste ich keinen Sprachkurs belegen, da ich meinen Austausch in Berlin vollzog und mein schweizer dialektli ziemlich schnell verschwand. Wenn ich Fragen hatte, wusste ich sehr schnell, an wen ich mich zu wenden hatte. Ich habe jedoch durch Freunde und Kommilitonen miterlebt, wie schwierig es sein kann, sich zurechtzufinden, wenn man die Sprache nicht beherrscht. Ich würde jedem künftigen Erasmus-Studenten empfehlen, nicht ohne basic-Sprachkenntnisse einen Austausch zu machen. Gerade wenn es um bürokratisches geht (Hausarbeiten schreiben, Fristen einhalten, sich für das eLearning anmelden etc.), ist es wirklich zum Heulen, wenn man die Sprache nicht versteht.

Leben/Freizeit

In Berlin, wo ich meinen Austausch absolvierte, war vielmehr die Schwierigkeit, aus dem unglaublich vielfältigen, kulturellen Angebot, nur EINES auszuwählen. Egal, was man studiert und welche Interessen man hat: Berlin ist wirklich eine Stadt, die für absolut jeden etwas zu bieten hat. Das einzig Negative an der Metropole, gerade im Vergleich zu Zürich, ist das Fehlen der Ruhe; natürlich hat auch Berlin seine Ruhe-Oasen, doch muss man sich mehr anstrengen und weiter raus fahren, um sie zu finden. Ansonsten würde ich, gerade denjenigen, die nicht so gerne neue Sprachen lernen, empfehlen, Berlin zu wählen.