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Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - IN

Jahr

06/07 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Ein Gesamteindruck ist wie immer eine ziemlich ungenaue Sache, die Zeit hier in Zürich hatte Vor- und Nachteile. Ich bin froh nach einem spannenden Jahr wieder zurück zu gehen und werde mich gerne an das ein- oder andere Erlebnis zurück erinnern. Als Mediziner war für mich die Schweiz auch immer ein möglicher Arbeitsort, die Zeit hier hat mir die Möglichkeit gegeben nochmal einen Einblick in das schweizer Gesundheitssystem zu bekommen.  Ob ich nochmal hierher für eine längere Zeit zurück komme, kann ich nicht sagen, aber es ist bestimmt nicht ausgeschlossen.  

Vorbereitung

Die Vorbereitung für den Aufenthalt war etwas chaotisch, da man sich als noch nicht immatrikulierter Student  nicht auf den Uniseiten einloggen kann und somit auch keine näheren Informationen zu den Kursen beorgen kann. Ich denke, dies ist ein weithin bekanntes Erasmus-Problem: man soll schon über ein halbes Jahr vorher Kurse zusammen gestellt haben, die in dieser Form noch nirgendswo aufgelistet stehen. Der einzige Ansprechpartner ist dann nur der Fakultätsbeauftragte mit dem dann telefonisch alles geregelt werden muss.  Die zwei Infoblätter über die Kurse auf der Erasmus-Seite der Uni Zürich reichten für eine sinnvolle Zusammenstellung nicht aus.

Da wir als deutsche Erasmus-Studenten dank weniger Sprachprobleme wirklich Kurse anrechnen und nutzen können, war es glücklicherweise nicht so ein Problem nach Kursen zu fragen oder diese zu beschreiben. Für einen fremdsprachigen Medizinstudenten stelle ich es mir sehr schwer vor bis nahezu unmöglich. Ich war sehr froh, dass die Anmeldung für die Kurse dann auch noch kurzfristig vor Semesterbeginn möglich waren.

Ankunft

Eingeengt in einem kleinen Fiat Panda vollgepackt mit allem Lebensnotwendigen  für ein Jahr in der Schweiz. Klar, da dürften die Skier auchnicht fehlen, wenn man schon mal so nah an den Bergen ist. Dann kam der Verkehrsschock in meinem Quartier : wie, hier gibts keine Parkplätze??? Das Auto zu entladen wurde damit ein wenig abenteuerlich bis uns unsere Untervermieterin einen Geheimtipp gab und wir bei der Garage (Autowerkstatt) gegenüber nach Feierabend parkieren(!) konnten.

Sonst lief eigentlich alles wie geplant und wir konnten am Abend noch garnicht glauben, dass wir jetzt für ein ganzes Jahr hier bleiben.  

Zimmersuche
Wohnen

Schon einige Wochen vorher hatten wir einen Freund in Zürich besucht um Wohungen zu suchen. Uns wurde dann schnell klar, dass es für uns fast unmöglich ist eine komplettte Wohnung zu mieten, da der Andrang gross war und wir als deutsche Studenten keine Sicherheiten nachweisen konnten. Das Betreibungszeugnis hatten wir auch nicht parat und so war es ein Glücksgriff, als wir auf dem Online-Marktplatz der ETH/Uni eine Whg zur Untermiete fanden. Komplett eingerichtet ersparte es uns auch das nervige Möbel schleppen.     

Universität

Die Kurse an der medizinischen Fakultät haben mir sehr gut gefallen. Sie waren immer toll organisiert und ich habe in den Kleingruppen sehr viel gelernt. Leider sassen wir in diesem Jahr ein wenig zwischen den Stühlen, da sowohl der alte sowie der reformierte Studiengang interessante Kurse anbot. Die Koordinierung der Kurse war damit eine echte Kniffelei, gerade im reformierten Studiengang sind die Kurse ständig an unterschiedlichen Tagen und zu unterscheidlichen Zeiten. Dies überschnitt sich natürlich dann oft mit dem starren System des Regelsemesters.  Die Vorlesungen sind wie auch in Deustchlannd sehr dozentenabhängig, daher ist es am besten zu Anfang alle mal auszuprobieren. Die klinischen U-Kurse waren im Vergleich zu meinen Erfahrungen in Deutschland super koordiniert. Der Dozent hatte wirklich Zeit und meistens auch Interesse am Studentenkurs, es ging pünktlich los und bei Fragen wurde auch gerne mal etwas länger gemacht.

Durch das Belegen von Kursen aus unterschiedlichen Jahrgängen, ist es mir schwer gefallen andere Studenten kennen zu lernen. Wenn man nicht vorhat Leistungen in Deutschland anzuerkennen, würde ich daher raten die Kurse eines kompletten Semester zu belegen. Dann ist auch die Koordination und Organisation vor Studienbeginn sehr einfach!

In meinem 2. Semester habe ich hier dann eine Doktorarbeit gemacht, wer sowieso aussetzen will, dem kann ich wirklich nur dazu raten. Die Betreuung war/ist super und es wurde alles in einem Promotionsvertrag festgelegt. Für die Anerkennung muss man als Deutscher nach der Aprobation diese in der Schweiz anerkennen lassen, um sich dann nochmals als Doktorand bei der Uni einzuschreiben. Dann kann die Arbeit eingereicht und verteiligt werden. Ich hoffe, dass dies ohne Probleme klappt, kann darüber aber natürlich noch nichts genaues sagen.

Leben/Freizeit

Meine ersten Tage in der Schweiz waren noch herbstlich und ich habe einige klassische Wandertouren um Zürich gemacht. Da ich glücklicherweise ein Auto hatte, konnte ich mit Freunden auch die nähere Umgebung gut erkunden. Den Winter habe ich nicht so genutz,wie ich es mir zu Anfang vorgenommen hatte. Es ist dann doch immer sehr teuer einen Tag Ski zu fahren und da ich auch in der Uni sehr viel zu tun hatte, blieb dafür wenig Zeit.

Zu Anfang war ich noch auf einigen Erasmus-Treffen und habe dort auch einige nette Leute kennen gelernt. Trotzdem hat mir diese Party und Trink-Atmosphäre nicht so gut gefallen und der Kontakt ist dann eingeschlafen, da ja auch viele nach 3 Monaten schon wieder gehen.

Ich habe mir dann einen Sportverein gesucht, da ich gerne auch ein paar Schweizer kennenlernen wollte. Ich bin sehr nett aufgenommen worden und es hat wirklich Spass gemacht.

Jetzt im Sommer bin ich schon häufiger in der Limmat schwimmen gewesen, es ist kostenlos und macht tierisch Spasss sich im Fluss treiben zu lassen. Der Sommer  macht die Stadt natürlich um vieles schöner, da alles blüht und das Leben auf der Strasse stattfindet. Grillieren im Josefspark ist dabei auch immer wieder nett und gut um neue Leute kennenzulernen. Der Haken an der Zeit in Zürich ist nur, dass ich vorallem mit Deutschen Kontakt hatte. Die deutsche Gemeinschaft ist so gross, dass ich mir momentan nicht vorstellen könnte nach Zürich zu gehen. Ich empfinde es als überlaufen und einige Zürcher sind auch schon sichtlich genervt.