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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 SS

Universität

SE-LUND01
Lund - Lund University

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Die Zeit in Lund war super.

Ich habe viele Leute kennengelernt, und studienmässig über den Gartenzaun meines Hauptfaches geschaut. Leider wird mir kaum etwas angerechnet werden, da wenig Kurse auf Englisch angeboten wurden in meinen Studienfächern und man zum Besuch von Kursen auf Schwedisch einen recht schwierigen Schwedisch-Test bestehen muss.

Ich habe dafür die Zeit zum Beispiel genutzt, um Schwedisch zu lernen und an meiner Forschungsarbeit für mein Hauptfach in Zürich zu arbeiten.

Somit war der Austausch auch was das Studium betrifft sinnvoll.

Lund ist klein, nett, fein. Es lässt sich hier mehr als gut ein halbes Jahr aushalten. Und es ist voller interessanter, offener Leute die von überall in Schweden und auf der Welt für das Studium hierher gezogen sind.

Vorbereitung

Auf Lund vorbereitet habe ich mich nicht allzu sehr. Vieles wird von der Universität Lund in die Hand genommen. So wird zum Beispiel für die meisten Austauschstudenten eine geeignete und preiswerte Unterkunft in einer Studentensiedlung durch den International Housing Office organisiert.

Bereits ein Jahr vor dem Austausch besuchte ich einen Anfängerkurs in Schwedisch beim Sprachenzentrum der Universität. Das war eine gute Sache um dann hier mit mehr Motivation die Sprache zu lernen. Möglichkeiten Schwedisch zu üben gibt es aber erst, wenn man ein wenig fortgeschrittener ist, weil es sonst zu einfach ist sich auf die guten Englischkenntnisse praktisch aller Schweden zu verlassen.

Vor der Reise muss man angeben, welche Veranstaltungen man in Lund besuchen möchte. Leider kann man als Austauschstudent bloss englischsprachige Veranstaltungen besuchen, es sei den man macht zuerst den TISUS-test (Schwedisch-test für ausländische Studierende). Der Tisus-Test ist sehr fortgeschritten, da müsste man zuerst in der Schweiz erheblichen Aufwand betreiben um den zu bestehen. Je nach Fach gibt es dennoch viele und gute Veranstaltungen, die man auf Englisch besuchen kann. Bei mir (Psychologie im Hauptfach) war das leider nicht der Fall. 

Ankunft

Die Ankunft in Lund war sehr gut organisiert.

Am ersten Tag (offizieller Arrival Day) wird man vom Bahnhof abgeholt und in ein Universitäts-Gebäude gebracht in dem sich an diesem Tag alle Büros verlegen. So kann man alles Organisatorische eins nach dem andern am selben Ort erledigen. Man hat sogar die Möglichkeit Duvet und Kopfkissen zu kaufen! Bereits im Flugzeug und im Zug von Kopenhagen nach Lund traf ich auf etliche Austauschstudenten, die gleichzeitig nach Lund kommen.

Nach dem etwas langwierigen Postenlauf durch all die Stellen wird man in Gruppen zu seiner Unterkunft gefahren. 

 Ein, zwei Tage nach der Ankunft hat man Zeit sich mit seiner Koordinatorin oder Koordinator zu treffen und nochmals durchzugehen, welche Kurse man nun zu besuchen denkt und diese zu bestätigen.

In der ersten Woche hat man einen Einführungs-Kurs in Schwedisch. Diesen fand ich grossartig. Vor allem da zu Beginn noch mehr als sonst alle Austauschstudierenden sehr offen aufeinander zugehen und man an diesen Kursen die ersten Kontakte und Freundschaften knüpfen kann.

 In den ersten Wochen gibt es ein Mentor-Programm. Die Austauschstudenten sind in Gruppen organisiert. Von Studenten, die schon länger in Lund studieren wird man dann in die Stadt eingeführt, besucht verschiedene Anlässe und trifft sich sehr informell ab und zu. Dieses Mentor-Programm ist ein toller Einstieg zum Beginn des Semesters und ermöglicht es einem Kontakte zu knüpfen.

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche wurde vom International Housing Office (IHO) der Universität organisiert. Das IHO vermittelt Unterkünfte in Studentenwohnheimen oder einfachen Studios. Leider können Sie oftmals nicht für alle Austauschstudierenden eine Unterkunft organisieren und unter Umständen erfährt man dann erst kurz bevor man nach Lund fährt, ob man nun eine Unterkunft bekommt oder selber etwas suchen muss.Selber etwas zu organisieren scheint ziemlich aufwändig zu sein. Die Unterkünfte der IHO sind unterschiedlich. Ich war mit meiner sehr zufrieden. Ich lebe mit vielen schwedischen Studierenden zusammen und habe für eine tiefe Miete ein grosses Zimmer mit Toilette und Dusche bekommen. 

Universität

Da ich über ein offenes Abkommen der Universität Zürich nach Lund kam, war es zu Beginn ein wenig verwirrlich: Wer ist nun mein Koordinator? Die Frau aus dem Psychologischen Institut? Die Koordinatorin am International Desk? Und wieso schreibt die Wirtschaftsfakultät ständig irgendwelche Emails? 

Schlussendlich klärte sich das, ich musste tatsächlich überall irgendwelche Unterschriften einholen gehen. Doch danach war es Uni-mässig ziemlich einfach und gut organisiert. 

Da ich wie oben beschrieben keinen Tisus-Test hatte, nutzte ich die Zeit um hier ein wenig über den Gartenzaun meines Studienfaches zu schauen. Ich besuchte einen Archäologie-Kurs, einen Neuropsychologie-Kurs, der mir jedoch nicht angerechnet wird, Schwedisch und VWL-Kurse. Die Qualität der Kurse war gut, mit Ausnahme des Archäologie-Kurses: Es war aus einem Programm speziell für Austauschstudierende, Scandinavian Area Courses - SAS. Die Themen sind spannend, aber die Kurse sind vom Niveau her eher tief. 

Die Universität als Ganzes ist über die Ganze Stadt verteilt und sehr gross. Teile im Stadtzentrum sind uralt und helfen mit Lund den speziellen Flair einer alten Universitätsstadt voller Studenten zu geben, andere Teile im Norden von Lund sind sehr neu und modern.

Leben/Freizeit

In Lund ist fast alles von den Studis geprägt. Beispielsweise ist man sehr eingeschränkt, wenn man ausgehen möchte und nicht studiert. Vieles wird nämlich von den Studentenorganisationen (Nations) organisiert. Es gibt 13 davon und man muss bei einer dabei sein, wenn man in Lund studiert. Für Austauschstudierende gilt das zwar nicht, aber es ist von Vorteil, wenn man trotzdem Mitglied ist. Es eröffnen sich einem mehr Möglichkeiten Leute kennenzulernen, and Aktivitäten teilzunehmen und irgendwann akzeptieren sie die letter of acceptance der Uni nicht mehr als Eintritt zu den Studi-Klubs zum Beispiel. 

Das Meer liegt nur 10km weit weg und man kann mit dem Fahrrad an einen schönen Strand fahren. Lund ist voller kleiner Cafés. Die Uni hat die Gerdahallen, ein Sportzentrum ähnlich dem ASVZ und auch sonst findet man so ziemlich alles zu tun hier. Ich habe zum Beispiel innerhalb kurzer Zeit Leute organisiert um mit ihnen Sprachtandems zu haben oder nach Leuten gesucht, um mit ihnen Musik zu spielen.

 Ansonsten finde ich Schweden der Schweiz gar nicht so unähnlich. Ich hatte ein paar Kulturschock-mässige Erlebenisse erwartet, bei denen ich die Leute oder deren Verhalten überhaupt nicht verstehen würde. Das war überhaupt nicht der Fall.