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Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 WS

Universität

FR-AMIENS01
Amiens - Université de Picardie Amiens

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Im grossen und ganzen hat mir der Austausch gefallen, gut getan, den Horizont erweitert. Ich freue mich jedoch auch wieder nach Hause. Was hier ein wenig schwierig war, dass man nur Beziehungen auf Zeit aufbauen konnte. Dies hatte eine gewisse Oberflächlichkeit zu Folge. Ich hab viel erlebt und viel über Frankreich gelernt. Ich fand es Schade nicht mehr mit Franzosen Kontakt gehabt zu haben und mehr mit ihnen diskutiert zu haben über ihr Land, was ihnen wichtig ist etc. Auch finde ich Schade nicht besser französisch gelernt zu haben. Ich wollte meinen Akzent ein bisschen verlieren, was mir nicht wirklich gelungen ist.

Wenn jemand ein Ausstausch macht, muss er sich bewusst sein, dass viel gefeiert wird, dass ERASMUS Klischee hat schon zugetroffen finde ich...

 Ich bin froh, dass ich es gemacht habe...!

Vorbereitung

Die Vorbereitungen waren eigentlich nicht so enorm gross. Man muss sich ein wenig durch den Internetjungel durchkämpfen und alle nötigen Papiere finden. Dann muss man bei der Mobilitätsstelle und dem Fachkoordinator vorbei gehen und Unterschriften sammeln, sowie alle Vorlesungen die man besuchen möchte aussuchen. Dies war allerdings schwieriger, da die Gastuniversität nicht so übersichtlich gestaltet war. Mein grösstes Problem war dass mir mein Fachkoordinator mitgeteilt hat, dass mir voraussichtlich, trotz Learning Agreement nichts angerechnet wird. Aber dass es ja trotzdem eine tolle Erfahrung sei und ich diesen Austausch trotzdem machen solle. Die einzige Möglichkeit, welche mir offen steht ist, dass wenn ich meine Prüfungen und Leistungsnachweise in Frankreich bestanden habe, in der Schweiz zu den verschiedenen Psychologischen Instituen wandern kann und für die Vorlesungen die mir noch fehlen, einen Antrag stellen kann und fragen, ob sie es mir eventuell anrechnen könnten.

Ankunft

Die Ankunft war einfach der Hammer. Sie haben uns eine falsche Adresse des Studentenheims angegeben uns so irrten wir in der Stadt umher... Da alle ERASMUS Studenten zu verschiedenen Zeiten ankamen, gab es kein Wilkommensfest für alle und es dauerte eine Weile, bis man sich kennengelernt hat... Doch nach einer Woche ist man auf dem Laufenden, und mit Facebook gehts sowieso schnell. Das einzige was ich mühsam fand war, dass der Französisch-Einstufungstest sehr spät stattgefunden hat und die Kurse erst in der 3. oder 4. Woche anfingen. Da hat man dann endlich alle Vorlesungen mühsam ausgesucht und zusammengestellt und dann muss man wieder alles umkrempeln wegen diesen Französischlektionen. Das könnte man sicherlich besser regeln!

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche gestaltete sich relativ einfach, da ein grosses Angebot an Residenzen (Studentenheime) besteht. Da muss man sich nichts suchen. Man muss jedoch einiges mehr an Administrativen Aufwand erledigen. Vor allem müssen die Eltern für einen Bürgen. Dies gestaltete sich ziemlich mühsam und da erlebte ich scho zum ersten Mal, wie mühsam sich die Administration in Frankreich gestaltet. Und wie ich später erfahren habe, je grösser die Uni, desto grösser der Auftwand un desto grösser das Chaos und die Warterei.... Dies kostet einem schon Nerven. Doch die Wahl des Studentenzimmers fand ich gut, da die meisten ERASMUS Teilnehmer auch im Studentenheim wohnten, konnte man auch leichter Kontakte knüpfen. Sie befanden sich zu dem gleich neben der Uni und ein Leclerc befindet sich auch vor der Nase. Bei mir war dies ein kleines Zimmer (9m2) mit einem Klappbett, Tisch, Stuhl, WC und Dusche und Kühlschrank. Alles ziemlich neu. Was mich bei der Ankunft genervt hat war, dass mir niemand mitgeteilt hat, dass man Küchengeschirr und Bettzeug alles selber mitnehmen muss. Ich hatte nichts dabei und musste mir alles kaufen. Dies fand ich ziemlich mühsam und nervig. Die Küche ist auch nicht immer offen, von 8-16 schon, danach muss man seine Studentenkarte hinterlegen um ein bisschen Wasser aufzukochen oder die Mikrowelle zu benützen. Ab 23 blieb dann die Küche geschlossen, es gibt auch keinen Aufenthaltsraum. Somit haben wir uns im Sommer eben nach draussen auf die Bank oder in den Park verschoben oder gingen dann im Winter in die Zimmer, die nur 9m2 gross sind. Es gab auch keinen Fernsehraum, was eigentlich dem Sprachverständnis sehr zugute gekommen wäre. Wenn man ein Fest machen wollte, musste man musste man dies eine Woche im Voraus ankündigen und 200 Euro hinterlegen... aber einfach einen angenehmen Aufenthaltsraum gabs nicht, was ich sehr vermisste. Ansosnten fand ich es gut um Beziehungen zu knüpfen, da man sehr nahe aufeinander ist.

Universität

Die Uni ist in Frankreich ein bisschen hinter dem Mond was technische Anforderungen angeht. Sie haben in der Psychologie jedenfalls erst seit einem Jahr einen PC am Arbeitsplatz erhalten. Die meisten Professoren, wie auch Studenten, gehen nicht sonderlich geschickt damit um. Die Studenten kennen kaumPowerpointpräsentationen in den Vorlesungen und können selber auch keine gestalten. Es gab keine Skripts, es gab keine Power Points zum downloaden und auch keine Bücher zu den Vorlesungen. Einfach nichts. Der Professor redete einfach 120 Minuten, ohne jeglichen Unterbruch. Von wegen das Gehirn ist nicht solange konzentrationsfähig ;-). Die Stunden dauerten hier nicht 45 Minuten mit 15 Minuten Pause. Nein, volle 120 Minuten non-stop. Also Herr Professor spricht und die Studenten schreiben alles Wort für Wort auf.... es schien oft wie ein Diktat in der fünften Primarklasse. Es gab einige Ausnahmen und zwar die Professoren, welche oft an Kongresse gingen und Forschung betrieben. Diese hatten Kentnisse in PowerPoint und wollten dies eigentlich auch den Studenten beibringen. Doch das Problem war, dass keine Beamer existieren. Somit wurden PowerPoint Folien gemacht und auf Hellraumprojektorfolien kopiert für die Präsentation.

Zum Glück hatte es 2-3 Franzosen pro 50 Studenten, welche den PC in die Vorlesung mitnahmen und alles aptippten und mir danach ihre Notizen geimailt haben. Dies half schon ganz gut beim Lernen.

Dann zum Thema Englisch... Die franzosen haben noch an den Unis Englischunterricht, auch wenn sie nicht Englisch studieren. Sie übersetzen wissenschaftliche Untersuchungen Wort für Wort im Englischunterricht. Sie haben seit weiss ich nicht wie lange schon Englisch  und können es immer noch nicht und wollen es, wenn man ehrlich ist auch nicht können. Auch die Professoren beklagen sich darüber, dass früher Französisch ja noch was Wert war und jetzt leider Englisch die Überhand gewonnen hat. Sie sind ziemlich beleidigt desswegen. Bei uns ist das einfach Voraussetzung.

 Das ganze Nivau und der ganze Umgang ähnelt eher dem des Gymnasiums als dem der Uni. Es bestehen hier 80% der Studenten die Matur(BAC). Somit muss man sich nicht wundern, wenn das Niveau nicht so wahnsinnig hoch ist. Inhaltlich hatte ich alles schon einmal doch viel gründlicher und übersichtlicher. Bis auf die Psychoanalyse. Die ist hier noch sehr stark verankert und sie wird immer wieder in Referenz gezogen. Man bildet hier auch nicht Wissenschaftler aus, sondern es wird ein Beruf ausgebildet. Bei uns lernen wir wissenschaftliches Arbeiten, Untersuchungen zu machen etc. Hier steht der Beruf des Psychologen im Vordergrund und man wird auch dazu ausgebildet. Das wären so etwa die Differenzen zwischen Schweiz und Frankreich...!

Leben/Freizeit

Das Leben war nicht so anstrenged. Ich hatte zu wenig Zeit, um eine Arbeit zu finden. Und die Verteilung der Vorlesungen war sehr unregelmässig. Somit hatte ich ziemlich viel Freizeit. Auch, weil die Studenten hier in Frankreich, neben den Vorlesungen im Master 1 noch 22 Tage lang ein Praktikum absolvieren mussten, sowie eine wissenschaftliche Arbeit. Dies mussten wir nicht machen. Ich war viel mit ERASMUS Studenten zusammen. An die Franzosen selber kommt man nicht wirklich heran. Die Uni war immer noch zu gross. Mit 50 Personen in einer Vorlesung bleibt es zu anonym, als dass man sich näher kennen lernen würde. Sie waren alle nett und höflich, doch konnte ich keinen wirklichen persönlichen Kontakt knüfpen. Ansonsten kam ich vor allem im Ausgang in Kontakt mit Franzosen. Die Aussage, dass man leichter einen Freund findet als Freunde im Allgemeinen, trifft hier wohl zu. Der Kontakt bliebt immer sehr oberflächlich und beschränkte sich aufs Ausgehen. Man muss wahrscheinlich Glück haben, wirklich in ein französisches Umfeld zu gelangen. Eine Gastfamilie hätte mir hier sicherlich was gebracht. Vor allem angesichts der Sprache. Ich sprach meistens mit Austauschstuden, die selber Intonationsfehler und Grammatikfehler machten. Somit war es schwierig die Sprache wirklich gut zu erlernen. Auch hier muss man aufpassen, dass man sich nicht einfach an seine Landsleute bindet und dann nur noch seine Muttersprache spricht. Klar ist es einfach, doch es bringt einen nicht vorwärts. Doch ich habe viele beobachtet, welche den Austausch so gelebt haben. Es ist eigentlich schade und man fragt sich dann manchmal, was diese Personen wohl hier tun. Ich glaube, es ist eine Entscheidung, die man treffen kann. Will mann französisch lernen und reden oder nicht. Dementsprechend schliesst man sich dann eben verschiedenen Gruppen an.